Wer sein Haus oder Gewerbe absichern möchte, steht oft vor einer hohen Investitionshürde. Moderne Sicherheitstechnik, bestehend aus Zentrale, Bewegungsmeldern, Kameras und Aufschaltung, kostet in der Anschaffung schnell mehrere tausend Euro.
Der Markt teilt sich in drei Lager: Der Kauf beim Errichter, die DIY-Lösung aus dem Baumarkt/Internet und das Miet- bzw. Service-Modell (bei Stadtritter: ISL – Integrierte Serviceleistung). Doch welches Modell rechnet sich langfristig wirklich? Dieser Artikel blickt hinter die Preisschilder auf die “Total Cost of Ownership” (Gesamtkosten über die Laufzeit).
Modell 1: Der klassische Kauf (Errichter)
Dies ist der traditionelle Weg. Ein lokaler Errichter plant und verkauft die Anlage.
- Die Kostenstruktur: Hohe Einmalkosten (Hardware + Montage) zu Beginn.
- Der Haken: Nach dem Kauf ist der Eigentümer für den Betrieb verantwortlich. Wartungsverträge sind teuer (oft 250–500 € pro Jahr), und Kosten für Ersatzteile oder Batterien kommen on top. Zudem muss eine externe Notrufleitstelle (NSL) separat beauftragt werden.
- Risiko: Geht die Zentrale nach Ablauf der Garantie (meist 2 Jahre) kaputt, muss neu investiert werden. Ein Mainboard-Tausch kostet schnell 500 € bis 800 €.
Modell 2: DIY / Baumarkt (Die “Selbst-Leitstellen-Falle”)
Für technikaffine Sparfüchse oft der erste Gedanke: “Ich installiere das selbst und lasse mich aufs Handy alarmieren.” Doch dieses Modell hat lebensgefährliche Lücken:
- Das Urlaubs-Problem: Sie liegen am Strand in Spanien, der Alarm geht los. Was tun? Die Notrufnummer 110 funktioniert aus dem Ausland nicht, um die deutsche Polizei zu Ihrem Haus zu schicken. Bis Sie die lokale Nummer der Wache gegoogelt haben, ist es zu spät.
- Das Anwesenheits-Problem: Einbrecher stehen nachts plötzlich in Ihrem Schlafzimmer. Was nützt Ihnen die Push-Nachricht auf dem Handy, das auf dem Nachttisch liegt? Sie können in dieser Panik-Situation nicht unbemerkt telefonieren.
- Die Realität: Wer keine Leitstelle beauftragt, ist selbst die Leitstelle. Und das funktioniert im Ernstfall (Schlaf, Funkloch, Stress) schlichtweg nicht.
Modell 3: Das ISL-Modell (Stadtritter)
Stadtritter verfolgt mit der “Integrierte Serviceleistung” (ISL) einen reinen Dienstleistungs-Ansatz.
- Das Netflix-Prinzip: Früher kaufte man DVDs für 20 Euro, heute abonniert man Entertainment bei Netflix. Ähnlich funktioniert ISL: Sie mieten kein Stück Plastik (Hardware), sondern Sie abonnieren Sicherheit.
- Inklusive Instandhaltung: Anders als beim Kauf sind Wartung und Instandsetzung inkludiert. Geht ein Melder kaputt oder sind die Batterien leer, kümmert sich Stadtritter. Es entstehen keine ungeplanten Kosten.
- Liquidität: Das Kapital wird nicht in Hardware gebunden, sondern bleibt verfügbar.
Der große Kosten-Check: 5 Jahre Laufzeit im Vergleich
Ist Miete nicht auf Dauer teurer? Diese Rechnung wird oft verfälscht, indem nur der Hardware-Preis gegen die Monatsraten gerechnet wird. Eine ehrliche Kalkulation muss jedoch Betriebskosten, Reparaturen und Aufschaltung einbeziehen.
Beispielrechnung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus:
| Kostenfaktor | Klassischer Kauf (Errichter) | Stadtritter ISL (Service-Modell) |
|---|---|---|
| Anschaffung (Hardware & Montage) | ca. 3.000 € | 0,00 € |
| Aufschaltung Leitstelle (5 Jahre) | ca. 2.940 € (bei marktüblichen ~49€/M.) | Inklusive |
| Wartung (5 Jahre) | ca. 1.750 € (bei ~350€/Jahr) | Inklusive |
| Material (Batterien, Ersatzteile) | ca. 400 € - 800 € (nach Aufwand) | Inklusive |
| Reparaturrisiko (außerhalb Garantie) | Eigenrisiko (z.B. Zentrale defekt: ~800€) | 0 € (Vollservice) |
| Gesamtkosten-Tendenz | Hoch & Unplanbar | Fix & Planbar |
Analyse: Warum ISL auch nach 10 Jahren gewinnt
Selbst bei einer Laufzeit von 10 Jahren schneidet das ISL-Modell oft besser ab.
- Grund: Elektronik altert. Eine gekaufte Anlage ist nach 10 Jahren oft “End of Life” (keine Updates mehr), Sensoren fallen aus und Batterien müssen mehrfach getauscht werden.
- Beim Kauf: Sie zahlen erst die Anschaffung, dann jahrelang Wartung und nach 10 Jahren müssen Sie wieder eine neue Anlage kaufen.
- Bei ISL: Die Instandhaltung sorgt dafür, dass das System dauerhaft läuft. Sie haben keine “Tech-Schulden”.
Steuerliche Aspekte für Gewerbe
Für Unternehmen (Kioske, Büros, Lager) ist das ISL-Modell auch bilanziell überlegen:
- Abschreibungs-Falle beim Kauf: Kaufen Sie eine Alarmanlage, müssen Sie diese laut AfA-Tabelle über 11 Jahre abschreiben. Sie können die Kosten also steuerlich nur tröpfchenweise geltend machen.
- Sofort-Abzug bei ISL: Die monatlichen Service-Gebühren sind in der Regel sofort als Betriebsausgaben voll absetzbar.
- Planbarkeit: Die Kosten sind fix. Es gibt keine bösen Überraschungen durch plötzliche Reparaturrechnungen.
(Hinweis: Dies stellt keine Steuerberatung dar. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater.)
Wann lohnt sich was?
Kauf ist sinnvoll, wenn…
- Sie über sehr hohe Liquidität verfügen und Wartung/Reparaturen selbst organisieren/bezahlen wollen.
- Sie das Risiko tragen wollen, dass die Technik in 5 Jahren veraltet ist.
Das ISL-Modell (Stadtritter) ist sinnvoll, wenn…
- Sie Sicherheit als Service verstehen: Sie wollen, dass es funktioniert, ohne sich um Batteriewechsel oder Defekte zu kümmern.
- Sie keine unkalkulierbaren Folgekosten (Wartungsrechnungen, Ersatzteile) haben wollen.
- Sie Wert auf die Anbindung an eine VdS-zertifizierte Leitstelle legen (siehe Artikel zu VdS & Technik).
- Sie als Unternehmer Kosten sofort absetzen wollen, statt über 11 Jahre abzuschreiben.
Fazit: Besitz belastet, Service entlastet
Wer eine Alarmanlage kauft, übernimmt die Verantwortung für deren Funktion. Wer das ISL-Modell wählt, gibt diese Verantwortung an Profis ab.
Da im Ernstfall – etwa wenn Sie im Ausland sind oder der Täter vor Ihnen steht – nur die funktionierende Aufschaltung zählt, ist das Service-Modell nicht nur wirtschaftlich oft attraktiver, sondern auch das sicherere Konzept.

















