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Sicherheitstechnik aus Sicht des VdS

Interview mit Sebastian Brose vom VdS beim Sicherheitskongress.Online

Stadtritter Ja, herzlich willkommen jetzt hier zum nächsten Beitrag. Wir sind beim VdS, wie man unschwer erkennen kann. Wir haben ein sehr, sehr spannendes Thema und auch einen sehr spannenden Gesprächspartner jetzt für Sie vorbereitet. Wir haben das Thema Smart Home und Smart Building – Herausforderungen, Risiken, Wege. Und mit mir hier am Tisch ist der Sebastian Brose. Wenn Sie sich bitte ganz kurz mal vorstellen unseren Zuschauern. Wer sind Sie, wie sind Sie zum VdS gekommen?

Sebastian Brose Ja, mein Name ist Sebastian Brose, ich bin seit über 10 Jahren jetzt bei VdS Schadenverhütung beschäftigt. Ich leite das Produktmanagement in unserem Geschäftsbereich Produkte und Unternehmen. VdS Schadenverhütung hat ja eine über hundertjährige Tradition. Wir sind gestartet als Sprinklerprüfstelle der Versicherer. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts wurde irgendwann die Feuerlöschanlage erfunden und die Funktion war nicht immer so ganz gegeben, also mal hat’s gut funktioniert, mal nicht. Und die Versicherer haben einfach gesagt: wir brauchen da jemanden, der das vorher bewertet und sagt, funktioniert diese Anlage wirklich zuverlässig? Wie muss sie aufgebaut werden? Wie muss sie eingebaut werden? Nur dann können wir das auch vernünftig berechnen und berücksichtigen bei der Prämienkalkulation. Das ist so die Historie und mittlerweile sind wir eben auch im Bereich Einbruchschutz sehr stark. Wir prüfen vom kleinen Fahrradschloss bis hin zu großen Wertschutzräumen jedwedes Sicherheitsprodukt. Haben die Cyber-Security seit 2015 im Programm, so dass wir wirklich rundum den Schutz für Privathaus wie auch Unternehmen sicherstellen können durch Prüfung und Zertifizierung der Produkte und der Dienstleistungen.

Stadtritter Also entstanden eigentlich erst mal aus dem Brandschutz was ja vor hundert Jahren wahrscheinlich schon das relevanteste Ereignis war. Da hat es ja in den Häusern doch mal durch offene Feuerstellen sehr häufig gebrannt. Sprinkleranlagen – klar. Und als Hintergrund eben, die Schadensversicherer. Jetzt kann man natürlich sagen das ist auf der einen Seite so ein bisschen Eigennutz von denen natürlich gewesen. Aber letzten Endes hilft es ja wahrscheinlich allen, wenn es eben weniger brennt, wenn man im Vorfeld schon weiß, okay, diese Anlagen funktionieren richtig. Dass man da einfach eine Prüfstelle einsetzt, dass man so ein gleichbleibendes Qualitätslevel erstmal schafft.

Sebastian Brose So ist es. Also letztlich der entstandene Schaden kann teilweise ersetzt werden, teilweise verbrennen aber natürlich auch ideelle Werte die unersetzlich sind, das gilt im Übrigen genauso für den Einbruchschutz. Eine Versicherung kann immer nur finanziellen Ersatz einfach bieten und am Ende ist es auch so, gerade wenn es im Gewerbebereich brennt, dann haben Sie nicht nur den Feuerschaden, Sie haben vor allem auch einen Betriebsunterbrechungsschaden, der enorm sein kann, womit Sie dann hinterher vielleicht wieder Geld bekommen von der Versicherung aber Sie trotzdem vom Markt weg sind, weil einfach Ihre Kunden abgewandert sind. Und insofern ist es ganz wichtig, dass Sicherungstechnik einfach zuverlässig funktioniert und so wie Unternehmer bis vor wenigen Jahren noch das Brandrisiko als das größte Risiko für Unternehmen eingeschätzt haben, so ist es heute eben die Cybersicherheit, weil die Unternehmen sagen noch viel gravierender als das Risiko das mein Unternehmen abbrennt ist, dass wir einfach Opfer eines Hackerangriffs werden und dadurch ja nicht nur ein konkretes Gebäude vielleicht betroffen sein kann, sondern letztlich das ganze Unternehmen wenn es weltweit verteilt ist mit verschiedenen Niederlassungen usw. gleichzeitig angegriffen wird.

Stadtritter Das hört man ja auch immer wieder, es gibt Fälle, in denen einfach Passwörter frei verfügbar irgendwo zum Download sind, diese Geschichten. Oder auch Hackerangriffe. Wenn man jetzt die Regierungsrechner-Server ansieht, da wird öfter mal zugegriffen. Und da ist aber auch der VdS jetzt – sagt man der VdS oder die VdS?

Sebastian Brose VdS versteht sich ohne Artikel.

Stadtritter Ohne Artikel – okay. Ist VdS also einfach da, um da schon mal auch gewisse Regelungen zu treffen, zu schaffen, einfach einen Standard zu entwickeln?

Sebastian Brose Genau, richtig. Und zwar einen Standard auf der einen Seite für die Office-IT, also für den klassischen Anwender, der an seinem Computer eben arbeitet, als auch für die Produktions-IT oder eben Internet of Things Produkte, weil letztlich auch das eben ein großes Risiko mittlerweile ist, dass Sie automatisierte Produktionsprozesse haben die noch aus der Zeit stammen wo das Internet noch nicht diese Rolle gespielt hat, die dann später aber zum Zwecke von predictive Maintenance und so weiter ans Internet angeschlossen wurden, damit also der Techniker aus der Ferne vielleicht was reparieren kann und schon weiß welche Ersatzteile er braucht ohne, dass die auf den aktuellen Stand gebracht wurden. Das sind erhebliche Risiken, die da bestehen. Denken Sie beispielsweise an den Fall von Thyssen-Krupp wo Hacker einen Hochofen lahmgelegt haben. Da können Sie sich vorstellen, wenn in so einem großen Hochofen die Schlacke erstarrt, den können Sie nicht einfach mal eben wieder einschalten, das ist dann ein Millionenschaden. Und insofern sind wir seit 2014 eben dabei auch dieses Thema aufzuarbeiten und haben entsprechende Standards geschaffen, um das eben auch für kleine und mittelständische Unternehmen so einfach wie möglich zu machen mit wenig Aufwand viel Schutz zu erreichen.

Stadtritter Okay, jetzt haben wir natürlich auch Zuschauer, die jetzt aus dem privaten Bereich kommen, vielleicht auch kleinere Unternehmen, also wirklich ganz kleine 3-4-5-Mann-Betriebe und natürlich Familien. Was kann VdS dafür nicht tun?

Sebastian Brose Also wir sind in dem Bereich schon sehr lange auch aktiv. Letztlich gilt grundsätzlich ja alles was für den professionellen Bereich geeignet ist, ist natürlich genauso auch für den Heimanwender gedacht. Trotzdem gibt es gewisse Unterschiede und wir haben seit ca. 2004 mit VdS Home eine spezielle Zertifizierung auf dem Markt die eben sich an den Endanwender richtet. Da sind also die Anforderungen abgestimmt auf den Privatanwender, wo das Risiko eben ein Durchschnittliches ist. Sie können sich vorstellen, ein Juwelier hat ein anderes Risiko als eine Bäckerei, und ein durchschnittlicher Privathaushalt vielleicht nochmal anders. Und so ist das eben abgestimmt und das gilt von der mechanischen Sicherungstechnik bis zur Elektronik gleichermaßen.

Stadtritter Okay. Zertifizierung für Produkte ist natürlich das eine, reicht aber natürlich, denke ich mal, nicht aus. Was macht der VdS noch – jetzt habe ich doch einen Artikel benutzt – was macht VdS noch, was macht es einzigartig für mich auch als Kunden? Warum ist es besonders wichtig dem VdS auch vertrauen zu können?

Sebastian Brose Ja, Sie haben es völlig richtig gesagt. Ein gutes Produkt allein bringt noch nicht gute Sicherheit zwangsläufig. Es ist eben ganz wichtig, dass dieses Produkt erstens Mal zu dem Anwendungsfall vernünftig passt. Dann müssen Sie darauf achten, dass das Produkt richtig eingebaut wird und nur dann kann auch eine zuverlässige Wirksamkeit eben gewährleistet werden. Das heißt man muss von oben drauf schauen und man muss ein Gesamtpaket schnüren was für Ihre Anforderung, für Ihre Risikosituation passt. VdS macht das folgendermaßen: wir haben auf der einen Seite abgestufte Produktanforderungen, ich habe es gerade gesagt, von VdS Home bis hin eben zu Anforderungen für Banken, Juweliere und so weiter. Und wir sind ja Tochterunternehmen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft. Und über die Versicherer bekommen wir eben sehr gute Informationen über Schadenentwicklungen. Wir sehen also welche Risikokategorien besonders betroffen sind von Schäden, beispielsweise von Einbrüchen. Wir haben einen sehr engen Draht zur Polizei, wo wir dann wiederum mitkriegen: wie gehen Täter vor, wie werden Produkte überwunden. Und so können wir aus dem Ganzen ein Paket schnüren, das dann sagt: bei diesem speziellen Risiko empfehlen wir diese und jene Produkte. Und dadurch ist schon mal klar in welchem Level müssen wir uns bewegen. Und dann haben wir eben als zweiten Standpunkt eben hier die Anerkennung derjenigen die diese Produkte einbauen – VdS anerkannte Errichterunternehmen. Denn auch die – das kann nicht jeder einfach machen – vieles was im Baumarkt angeboten wird, wo man denkt, okay das kann ich do-it-yourself ganz leicht bei mir selbst installieren. Das ist eben nicht so leicht. Man kann da sehr kleine Fehler machen, die aber gravierende Auswirkungen haben. Weil Täter kennen das, die kennen die Schwachstellen von den Produkten oder von der falschen Montage und nutzen das gezielt aus. Das heißt dieser zweite Punkt ist eben: richtig montiert durch VdS anerkannte Errichterunternehmen. Und letztlich, wenn wir über den Bereich elektronische Sicherung reden, Einbruchmeldeanlagen oder Alarmanlagen, muss man natürlich auch schauen, es muss ja irgendwas passieren. Nur weil irgendwo ein rotes Licht angeht, das schützt Sie nicht – das heißt Sie brauchen auch einen Dienstleister, der am Ende auch auf den Alarm reagiert. Und hier ist dann eben der VdS anerkannte Dienstleister, der dafür sorgt, dass der Alarm 24/7 empfangen wird und dann eben die entsprechenden Maßnahmen in die Wege leitet. Besonders ist weiterhin, dass wir nicht nur auf Basis von nationalen oder internationalen Normen sowohl die Produkte als auch die Errichterunternehmen prüfen und zertifizieren, sondern dass wir auch eigene Richtlinien haben, die so genannten VdS Richtlinien. Das hängt damit zusammen, dass wir in bestimmten Punkten eben sagen: die Norm kann hier und da nicht ausreichen. Weil wir eben sehen, wie gehen Täter vor, weil wir sehen, wo sind Schadenbelastungen. Weil wir eben auch anschauen: die Kette von vorne bis hinten, dass es eben nicht nur diese ausschnitthafte Betrachtung ist, sondern der ganzheitliche Ansatz. Und das bedarf einfach dann manchmal zusätzlicher Anforderungen, zusätzlicher Regelungen und das stellen wir sicher, indem wir VdS Richtlinien formulieren. Zusammen mit den relevanten Kreisen, mit der Polizei, mit den Versicherern, mit den Fachverbänden aus der Industrie, aus den Errichtern, so dass dann wirklich auch anwendbare Anforderungen entstehen, die auch die Praxis abdecken.

Stadtritter Das bedeutet für den Verbraucher oder für den Endkunden, dass der Einsatz von VdS-zertifizierten Produkten und den Anwendungen der Richtlinien auch immer natürlich eine gewisse Schnelligkeit im Markt auch widerspiegelt. Ich meine, Einbrecher verändern sich, die verändern ihre Zugangswege. Sie haben die Möglichkeit eben auf Polizei zuzugreifen und zu wissen wie gehen die Täter vor. Und Sie wissen auch welche Produkte oder welche Betriebsklassen werden wie überwunden und wie kann ich eben dem entgegenwirken.

Sebastian Brose Genau, richtig. Wir führen all diese Informationen zusammen, aktualisieren auch regelmäßig die Regelwerke, die Anforderungspapiere usw., so dass das wirklich auch up-to-date ist. Es gibt immer wieder neue Methoden der Täter, die eben herausfinden, wo bestimmte Schwachstellen sind. Und da gehen wir dann gezielt drauf ein. Ein Beispiel: vor einigen Jahren gab es ja schon Bewegungsmelder im Einbruchmeldebereich. Das ist bekannt. Und dann sind Täter irgendwann auf die Idee gekommen, diese abzusprühen. Man hat also im Tagbetrieb – denken Sie beispielsweise an ein Geschäft, wo sie tagsüber ja problemlos rein können – hat man mit Klarlack oder mit Haarspray diese Melder abgesprüht, so dass sie blind wurden. Das ist dann nicht weiter aufgefallen und wenn dann abends die Einbruchmeldeanlage scharf geschaltet wurde, waren die Melder eben blind und man konnte dann da entsprechend einbrechen und diese Schwachstelle ausnutzen. Darauf haben wir reagiert und haben in unsere Richtlinien reingeschrieben, dass solche Szenarien von dem Melder erkannt werden müssen. Wir haben also eine Abdecküberwachung jetzt mittlerweile drin, die erkennt, ich bin jetzt blind, ich kann nichts mehr detektieren und schalten dann auf “Störung”, so dass also der Wartungsdienst das dann beheben kann.

Stadtritter Okay, da haben wir dann auch wieder eine Meldelinie, quasi das Gerät selbst meldet jetzt eben weiter, auch an VdS-zertifizierten Dienst beispielsweise und der kickt dann die Meldung “okay, pass mal auf, hier stimmt was nicht. Bitte mal Wartungsteam vorbeischicken”, dass auch möglichst schnell da reagiert werden kann.

Sebastian Brose Ja, genau. Also das ist das eine, wenn letztlich das behoben wird. Es fängt aber sogar noch früher an. Sie als Nutzer der Einbruchmeldeanlage können gar nicht scharf schalten, weil die Anlage sich selbst überwacht und feststellt: es gibt hier eine Störung. Das kann ja vielfältig sein, das kann eine Akkustörung sein, das kann ein gestörtes Gerät sein oder eben der abgesprühte Melder. Und sie werden daran gehindert, diese Anlage überhaupt einzuschalten. Sie würden sie ja ansonsten einschalten in dem guten Gewissen, alles ist in Ordnung. Und das wird eben bei VdS-Anlagen verhindert durch die sogenannte Zwangsläufigkeit. Das heißt, Sie haben nur dann die Möglichkeit, das scharf zu schalten, wenn alles eben in Ordnung ist. Das ist insbesondere auch wichtig, wenn sie einfach nur daran denken, dass sie vielleicht ein Fenster nicht geschlossen haben. Und das kann dann wieder dazu führen im Schadensfall, dass der Versicherer dann seine Leistung kürzt, weil er sagt durch das geöffnete Fenster wurde der Einbruch möglicherweise begünstigt. Dem begegnen wir eben mit diesem Prinzip der Zwangsläufigkeit, dass die Anlage sich selbst überwacht und in allen Teilen in Ordnung sein muss. Nur dann können Sie eben dann einschreiten. Und genauso ist es eben, wenn Sie die Wohnung oder das Haus wieder betreten, das heißt Sie haben scharf geschaltet und Sie kommen wieder nach Hause. Das kennt man ja vielleicht auch aus dem Fernsehen, dass schon mal passiert: man geht rein und löst aus Versehen selber Alarm aus.

Stadtritter Das passiert durchaus das eine oder andere Mal. Ich habe selbst auch eine Einbruchmeldeanlage zu Hause und hab sie auch schon des Öfteren getestet.

Sebastian Brose Typisches Problem dem wir eben begegnen auch mit diesem Prinzip der Zwangsläufigkeit. Das ist letztlich der zweite Aspekt dessen, dass wir eben sagen, ich kann nur dann das gesicherte Objekt wieder betreten, wenn es unscharf geschalten wurde. Ein ganz einfacher Mechanismus sorgt dafür, dass die Tür so lange nicht geöffnet werden kann, wie eben die Anlage scharf ist. Das ist insbesondere auch deshalb wichtig, weil letztlich falsche Alarme ein erhebliches Problem sind für die Polizei, die auf der einen Seite dann, möglicherweise auch mit Sonderrechten, einfach durch die Straßen fegt und unschuldige auch gefährdet letztlich – kann immer zu einem Unfall kommen. Zum anderen ist es aber auch so, dass Gebühren entstehen. In fast allen Bundesländern berechnet die Polizei Falschalarmgebühren, wenn sie eben gerufen werden und es ist kein echter Einbruch und das kann man sich einfach sparen, indem man auf die VdS-Konformität der Anlage achtet und das ebenso einbaut, dass diese Zwangsläufigkeit gegeben ist.

Stadtritter Jetzt haben Sie vorhin gesagt, das Gerät als solches ist das eine. Sie haben aber auch gesagt, wenn man sich jetzt einfach im Baumarkt – jetzt nicht negativ als solches – aber einfach irgendwo ein Gerät kauft und das selbst einbaut, dann kann es auch zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Vielleicht können Sie dazu noch ein bisschen was sagen, warum das wichtig ist, dass der Errichter eben auch den Richtlinien entsprechend konform einbaut.

Sebastian Brose Ja. Ganz einfaches Beispiel ist zum Beispiel der Bewegungsmelder, den wir ja auch gerade schon thematisiert haben. Der hat ein bestimmtes physikalisches Prinzip wie er funktioniert. Er detektiert Wärmestrahlung, bzw. Differenzen in der Wärmestrahlung im Vergleich zu einer Referenz wie typischerweise der Wand des Raumes. Nur wenn Sie den jetzt an der falschen Stelle montieren, also dass er beispielsweise aufs Fenster schaut, haben Sie das Problem, dass einfallendes Sonnenlicht auch wieder Falschalarm auslösen kann. Oder, dass er so ausgerichtet ist, dass die Bewegungsrichtung ihn gar nicht auslösen kann. Es gibt so Melder mit sogenannter Tierimmunität. Die funktionieren häufig so, dass sie bestimmte Segmente ausblenden. Wenn Sie das nicht sauber installieren und wirklich gründlich abnehmen, haben Sie das Problem, dass am Ende der Melder gar nicht auslösen kann.

Stadtritter Gar nicht mehr auslöst, ja.

Sebastian Brose Oder ein anderes Beispiel – das habe ich auch schon gesehen – ist das, dass man bestimmte Sets kaufen kann mit einer gewissen Anzahl von Sensoren. Und Kunden dann eben sagen: gut, ich sichere dann dieses und jenes Fenster und die Türe auf der Terrasse, aber es sind eben noch Fenster, die nicht gesichert sind. Der Täter sieht natürlich, wo ein Melder ist und wo nicht und würde dann dementsprechend das Fenster überwinden, das eben nicht abgesichert ist. Das ist aber wenn man darüber redet eben eingängig. Vieles ist aber so nicht direkt bewusst, weil Sie natürlich sich nicht tagtäglich mit Sicherheit und mit diesen Dingen befassen. Und man glaubt dann man hat was Gutes getan, man hat sich selbst geschützt und das Heim und es ist aber sehr leicht zu überwinden. Einbruch ist eben kein Zufallsereignis, das ist ein gezieltes Vorgehen von Tätern, die wissen worauf es ankommt, worauf sie achten müssen. Sie sehen sofort die Schwachstelle und nutzen die gezielt aus und letztlich ist damit die ganze Investition eigentlich für die Katz.

Stadtritter Ist glaube ich ein wichtiges Thema. Man darf nicht davon ausgehen, dass Einbrecher wahllos irgendwo zuschlagen, sondern, dass sie sich im Vorfeld genau informieren, wo sind meine Chancen am größten, wo ist die Gefahr entdeckt zu werden am geringsten schlicht und ergreifend.

Sebastian Brose Genau, also es ist letztlich ganz einfach. Ein Täter ist genauso geschult wie jeder andere in seinem Fachgebiet Dinge sofort schnell zu erkennen. Die machen das nicht zum ersten Mal, die sehen sofort wo kann ich reingehen. Wir sind jetzt am Beginn der sogenannten dunklen Jahreszeit, wir haben die Zeitumstellung, die noch dazu kommt, aber so oder so, es wird abends oder nachmittags früh dunkel. Und wenn Sie dann durch die Straße gehen, sehen sie sofort wo ist Licht an und wo nicht und Sie können davon ausgehen, wo kein Licht an ist, ist niemand zu Hause. Insofern, das ist schon mal der erste Weg auch jetzt als Prävention direkt zu sagen, ich schaue das es beleuchtet oder einfach bewohnt aussieht bei mir. Damit kann man schon eine Menge erreichen und dann eben zu sagen, ich sicher, wenn ich sicher, wirklich rundum. Es gibt diesen Spruch: eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Und das ist eben im Einbruchschutz sehr wichtig. Der Täter sieht sofort, wo das schwächste Glied ist und greift da an. Das muss eben auf jeden Fall verhindert werden.

Stadtritter Vielleicht auch noch mal ein wichtiges Thema, gerade jetzt von VdS-Seite. Vielfach denken Menschen: ich bin sicher ich wohne auf dem Ort da passiert mir nichts. Kann man sagen: ist das so? Oder ist gerade da vielleicht sogar die Wahrscheinlichkeit höher, weil eben viele Orte Schlaforte sind, wo die Menschen eben über den Tag sowieso weg sind und nur abends kommen und dann tagsüber im Haus unbewacht quasi eine Einladung ist.

Sebastian Brose Ja also Einbruch kann jeden treffen. Letztlich gibt es natürlich Statistiken, die zeigen so ein Nord-Süd-Gefälle oder ein West-Ost-Gefälle. Das heißt also im Norden und Westen finden mehr Fälle statt als im Süden. Wenn man sich dann aber anschaut, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen ist ein großes Ballungszentrum, dann liegt es schon auf der Hand, dass dann deshalb da mehr Einbrüche stattfinden. Letztlich nützt einem die Statistik wenig, wenn man dann selbst der eine ist, vielleicht nur in dem Ort, bei dem in dem Jahr eingebrochen wurde. Einbruch ist immer ein sehr großes Problem. Es ist eben nicht nur das was wegkommt, was vielleicht die Versicherung ersetzt. Ich habe es gerade schon angesprochen, es ist eben auch so, dass ideelle Werte da sind die vielleicht eben gestohlen werden und nicht ersetzt werden können. Und es ist auch nicht zu unterschätzen – das psychologische Problem. Nicht wenige Einbruchopfer leiden noch Jahre nach der Tat an Verfolgungszuständen oder an anderen psychotraumatischen Krankheiten eben. Und ca. 1/4 zieht aus dem Haus oder der Wohnung aus. Wenn Sie sich vorstellen, so eine Wohnung oder ein Haus kauft man vielleicht einmal im Leben oder kauft man sich nicht jedes Jahr oder alle 10 Jahre und dann ist es schon gravierend, wenn man dann von außen dann genötigt wird auszuziehen, es zu verkaufen, weil man sich zu Hause nicht mehr sicher fühlt. Das heißt also die Statistik, die ist da, die sagt bestimmte Dinge, aber man kann sich nicht darauf verlassen, dass es bei einem nicht passiert. Jeder muss sich selbst schützen an der Stelle. Und es gibt ja auch gute Möglichkeiten dazu. Auch das wiederum zeigt ja die Statistik. Seit einigen Jahren steigt die Anzahl der Versuche. Versuch heißt also nicht erfolgreiche Einbrüche. Weil eben Sicherungstechnik eingebaut wurde, weil eben dadurch verhindert wurde das letztlich dort eingebrochen wird. Und es ist so ein bisschen das St.-Florians-Prinzip. Wenn der Einbrecher vor zwei Häusern steht, das eine ist gesichert, das andere ist nicht gesichert, dann ist klar welches er sich aussucht. Denn nur die aller, aller wenigsten Fälle sind wirklich ganz gezielte Einbrüche, wo jemand sagt, genau da möchte ich hin, weil genau da etwas ist, was ich unbedingt haben will. 99% aller Fälle, würde ich sagen, sind wirklich mehr oder weniger Zufallsfälle. Zufällig insofern, dass man eben nicht gezielt dort einsteigt. Und der Einbrecher hat das Problem, er muss schnell reinkommen, er hat nicht viel Zeit, weil eben die Gefahr entdeckt zu werden sehr groß ist. Und da kann ich eben mit Sicherheitstechnik für sorgen, dass es eben länger dauert und dass er dann von seinem Vorhaben abkommt. Das geht sehr einfach, das wird auch finanziell gefördert vom Staat und ist gar nicht so teuer wie man vielleicht meint. Da kann man sehr viel für seine eigene Sicherheit tun.

Stadtritter Einbrüche haben wir gerade gehört sind zwar statistisch regional ein bisschen an den einen Orten, wir haben ein Nord-Süd-Gefalle, wir haben ein Ost-West-Gefälle, klar. Wie wir aber auch gehört haben, ist es letzten Endes, wenn es passiert für mich vollkommen irrelevant, ob ich jetzt der Einzige bin, bei dem ein Einbruch passiert ist. Oder ob ich der Hundertste bin. Es ist letztens mir passiert. Welche Lösung gibt es denn auf dem Markt und vor allem, was ist denn für mich als Verbraucher da zu beachten? Worauf muss ich schauen? Was muss ich tun, dass ich auch wirklich sicher sein darf.

Sebastian Brose Also in erster Linie ist eben wichtig, dass der Einbrecher nicht rein kann. Sie müssen ein bisschen Widerstand ihm entgegenbringen, so dass die Zeit, die er an Überwindung aufwenden muss, ihm zu lange wird und er von seinem Vorhaben aufgibt.

Stadtritter Gibt es da auch irgendwelche, ja, nicht Richtlinien aber so Richtwerte, wo ich sagen kann, okay, ich brauche so und so lange, wenn das Überwinden so und so lange dauert, lässt der ab?

Sebastian Brose Genau. Also die Polizei sagt so zirka 3 bis 5 Minuten ist so die Zeit, dann wird er weitergehen. Da kann man natürlich auch niemanden dann sozusagen darauf verhaften, es ist nicht in Gesetz gegossen, aber das ist ein Richtwert und das ist nicht viel Zeit und die kann man relativ leicht erreichen durch eben mechanische Absicherung. Das heißt Fenster und Türen, das sind die Punkte, wo eben Täter angreifen. Vorzugsweise Terrassentüren, weil Terrassentüren meistens nach hinten irgendwo in den Garten gelegen sind. Das heißt sie sind schlecht einsehbar.  Man hat ja meistens sogar ein bisschen Sichtschutz, weil man ungestört ja auch mal auf der Terrasse sitzen möchte, und das ist ein ideales Betätigungsfeld für Einbrecher. Da können sie in Ruhe arbeiten, da sind sie ungestört, da kanns auch mal 6 Minuten gehen. Aber das ist eben das, wo ich sage, da muss man drauf achten. Terrassentüren, nach hinten gelegene Fenster sind das erste Ziel. Vor allem eben diese typischen Terrassentüren. Man sagt Terrassentür – und Tür verbindet man immer mit einem gewissen Widerstand.

Stadtritter Absolut.

Sebastian Brose Technisch gesehen sind es aber nur große Fenster. Und Fenster – da können wir gleich mal einen Film zeigen, den wir einblenden können – Fenster sind in 10 Sekunden geöffnet. Mit einem einfachen Schraubendreher macht ein geübter Täter das Fenster in spätestens 10 Sekunden auf. Weil in Deutschland ist eben eine Einbruchschutzausrüstung von Fenstern und Türen nicht gesetzlich vorgeschrieben. Und man baut letztlich das ein was am günstigsten ist. Man braucht Windwiderstand, man braucht Wärmedämmung usw. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Da wird drauf geachtet. Aber Einbruchschutz eben nicht. Und deswegen, eben ganz besonders in erster Linie, muss man eben darauf achten diese Punkte mechanisch abzusichern. Mechanisch heißt Fenster, Türen, mit Schlössern, mit Zusatzprodukten ausrüsten, oder eben direkt einbruchhemmende Fenster oder Türen einbauen. Das ist letztlich dem Gusto des Anwenders überlassen, wie er das macht. Der eine vielleicht, wenn er gerade renoviert, sagt er, okay ich möchte sowieso neue Fenster, neue Türen, dann macht es absolut Sinn vielleicht einbruchhemmende Elemente, Fassadenelemente wie der Fachmann sagt, zu verwenden. Wenn aber die vielleicht noch gar nicht so alt sind oder ich einfach auch diesen Aufwand scheue, dass da alles umgebaut wird, dann kann ich auch mit Nachrüstprodukten sehr, sehr viel erreichen. Locker diese Zeiten, die ich eben genannt habe, an Widerstand dem Einbrecher entgegensetzen. Nachrüstprodukte haben Sie vielleicht im Baumarkt schon mal gesehen. Dass sind eben Stangen, Schlösser oder Zusatzschlösser. Sicherungen die auch auf der Bandseite, also da wo das Scharnier sozusagen vom Fenster ist, wirken. Da muss man eben an verschiedenen Stellen Punkte beachten, aber das kann man gut nachrüsten und es ist auch bequem zu bedienen. Gibt auch die Möglichkeit, dass man bei einem Fenster den Beschlag wechselt. Also diese einzelnen Zapfen, die das Fenster zuhalten, dass man das rausnimmt, wenn die Fenster noch nicht ganz so alt sind, geht das in der Regel. Und durch die einbruchhemmenden Beschläge sozusagen ersetzt. Wichtig ist eben bei diesen Beschlägen, dass man so genannte Pilzköpfe verwendet. Das haben Sie vielleicht auch schon mal gehört, das ist auch in der polizeilichen Beratung immer ein Thema – Pilzkopfverriegelung. Es gibt im Gegensatz dazu im Standard den Holzzapfen, der lässt sich eben in 10 Sekunden ganz leicht überwinden. Und Pilzkopfzapfen in diesem Beschlag verhindern das Aufhebeln, weil sie sich eben verkeilen. Das ist so der erste Indikator, wenn man sich so ein Fenster anschaut, wie sicher, unsicher ist das eigentlich, was für Zapfen drin sind. Wichtig ist aber dann auch wieder – es müssen die passenden Gegenstücke montiert sein. Wir sehen das in der letzten Zeit häufiger, dass solche Fenster standardmäßig mit diesen Zapfen mit diesen Pilzkopfzapfen ausgestattet sind aber nicht die passenden Gegenstücke verwendet werden.

Stadtritter Okay, dann macht es ja im Prinzip keinen Sinn.

Sebastian Brose Genau, dann kann sich dieser Pilz nicht verkrallen und dann ist es witzlos. Das wird eigentlich nur gemacht, um den Produktionsprozess zu vereinfachen. Um weniger verschiedene Teile in der Fabrik zu haben, um es günstiger zu machen. Aber es ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass es eben auf so viele Kleinigkeiten ankommt. Man kann nicht sagen, ah ich habe Pilzkopfzapfen, alles ist safe, sondern es sind eben noch viele weitere Punkte. Aber eben, wenn man das macht, und da muss man wirklich einen Fachmann zu Rate ziehen, der sieht eben sofort, wo man dran ist. Und der baut dann ganz viele verschiedene Verriegelungspunkte ein. Eben diese Pilzköpfe die das Fenster dann locker 10 Minuten oder länger dann zuhalten.

Stadtritter Okay, dass es tatsächlich so schnell geht, dass man Fenster so schnell aufhebeln kann, haben Sie gesagt, haben wir ein kleines Video vorbereitet. Das spielen wir jetzt mal an dieser Stelle kurz ein, schauen wir uns an, und sind dann gleich eben wieder da.

 

Stadtritter Haben wir gesehen, es geht wirklich rasend schnell. Ein Fenster zu öffnen ist für einen geübten Einbrecher wirklich eine Sache von wenigen Sekunden. Mit der mechanischen Verriegelung sind wir da schon ein bisschen weiter. Sie haben gesagt, das kann 6, 8, vielleicht 10 Minuten dauern. Jetzt habe ich in aller Regel aber berufstätige Menschen und ich habe vielleicht auch eine Terrasse die jetzt wirklich, ja, nicht einsehbar ist, weil ich mich da dort dann wirklich zurückziehen will. Jetzt ist das natürlich wieder mal für den Einbrecher wahrscheinlich ein tolles Szenario, dann kann sich der erstmal in den Lehnstuhl setzen und erstmal eine halbe Stunde dort sitzen. Es kommt niemand. Also er hat im Prinzip, sage ich mal, 8 Stunden Zeit. Was mache ich da?

Sebastian Brose Genau, das ist natürlich das Problem der berufstätigen, dass Sie dann lange nicht zu Hause sind. Aber selbst, wenn Sie einfach nur nach Feierabend vielleicht im Sportstudio sind, oder Sie gehen ins Kino, ins Theater. Sie haben immer längere Abwesenheitszeiten. Oder denken Sie einfach an den Urlaub. Dann sind Sie vielleicht ein paar Wochen am Stück nicht da. Es ist natürlich ein Thema zu sagen: Mechanik, absichern, diese Minuten einfach an Widerstand entgegenbringen. Und ich muss aber weiterdenken. Es ist auf jeden Fall richtig und dieses Weiterdenken ist dann eben: ich mache eine elektronische Überwachung. Eine elektronische Überwachung, die klassische Alarmanlage, die den Einbrecher ja nicht draußen halten kann. Die aber einen Angriff erkennt und eben meldet. Das heißt Sie sichern Fenster, Sie sichern Türen ab. Idealerweise sogar so, dass das erkannt wird, bevor die Sicherung komplett überwunden ist. Das heißt Sie haben einen kleinen Widerstand, der muss überwunden werden, das macht der Einbrecher eben durch seinen Einbruchversuch. Dann meldet diese Alarmanlage das schon, setzt aber dann erst den richtigen massiven Widerstand noch entgegen. Dadurch können Sie einen enormen Zeitvorteil einfach auch rausholen, wenn der Alarm dann noch von der Leitstelle aufgeschaltet wird und sofort auch bearbeitet wird.

Stadtritter Genau. Was passiert dann? Was sind von VdS empfohlene Wege? Was passiert, wenn die Alarmanlage, das Einbruchmeldesystem etwas detektiert? Was soll dann optimalerweise passieren?

Sebastian Brose Also unsere Empfehlung ist ganz klar eine Einbruchmeldeanlage, eine Alarmanlage auf eine VdS-anerkannte Leitstelle aufzuschalten. Diese Leitstelle ist mit kompetenten Fachpersonal was auch durch uns überprüft wurde 24/7 besetzt und kann sofort reagieren. Die wird dann im Regelfall prüfen ist das ein echter Alarm oder nicht. Sie wird die entsprechende Maßnahme in die Wege leiten, die man vorher vereinbart hat. Das heißt die Polizei alarmiert selbst einen Mitarbeiter, werden selbst einen Sicherheitsmitarbeiter hinschicken. Um eben idealerweise den Täter noch bei der Tat, sozusagen in-flagranti, zu erwischen. Auf jeden Fall aber zeitnah reagieren zu können. Das ist ganz wichtig, denn an der Stelle wird leider oft gespart. Das sehen wir immer wieder, das hören wir auch von unseren Kunden. Dass man in gute mechanische Sicherungen investiert, in Elektronik investiert, dann aber am Ende den letzten Schritt, nämlich diese Aufschaltung sich einspart und sagt, ich schalte das auf mein Handy, ich kriege dann vielleicht sogar ein Videobild und kann verifizieren was da los ist und kann dann selbst reagieren. Aber wie ist das, wenn sie dann tatsächlich im Fitnessstudio sind, da kriegen sie es dann eben nicht sofort mit, sondern vielleicht erst nach 1-2 Stunden. Oder Sie sind am Urlaub irgendwo am Strand, was machen Sie dann, haben Sie dann die Telefonnummer der Polizei?

Stadtritter Ich sehe dann dem Einbrecher zu…

Sebastian Brose Da können Sie nichts machen und das Einzige was passiert ist, ist, dass Ihr Urlaub ruiniert ist. Das heißt diese Privatintervention sozusagen funktioniert nur sehr unzuverlässig bis gar nicht. Auch wenn man immer wieder Fälle hört, wo jemand sagt, ich saß da, ich habe das gesehen, ich konnte sofort reagieren. Das ist richtig. Das kann immer mal gut gehen, aber deswegen ist es nicht empfehlenswert. Es ist genauso, wie wenn Sie sagen, ich bin gestern bei Rot über die Straße gegangen und ich bin nicht überfahren worden. Ja das kann mal funktionieren, aber es ist natürlich nicht eine garantierte Sicherheit und wenn wir viel Geld ausgeben für Produkte, die uns schützen, für Technik, die da alles möglich macht, was geht, dann muss eben auch am Ende das letzte Quäntchen auch noch aus unserer Sicht investiert werden. Und das ist eben dieser Wachdienst, der eben dann reagiert.

Stadtritter Kann das nicht einfach auch der Nachbar machen. Also beispielsweise ich habe eine Sirene draußen, die geht an, der Nachbar kommt. Was halten Sie davon? Was sagt der VdS dazu?

Sebastian Brose Also sie haben natürlich per se erstmal das gleiche Problem. Der kann gleichzeitig nicht zu Hause sein, das ist logisch. Aber auf der anderen Seite, ich würde sagen, das hängt davon ab wie Ihr Verhältnis zum Nachbarn ist. Also wenn Sie eh schon ein schlechtes nachbarschaftliches Verhältnis haben, wird der das wahrscheinlich ignorieren. Wenn Sie ein gutes Verhältnis haben, kann es sein er geht hin. Aber was passiert dann? Wird er dann möglicherweise den Täter tatsächlich stören? Was macht der Täter dann? Ergreift er die Flucht oder gerät vielleicht in Panik und greift dann den Nachbarn an? Das ist ja auch durchaus möglich. Menschen, die in Panik geraten handeln ja nicht mehr sozusagen rational. Ein Einbrecher normalerweise wird immer die Konfrontation scheuen und die Flucht ergreifen. Das ist eben nur normalerweise so und insofern stehen Sie dann vielleicht auch schlecht da und haben ein schlechtes Gewissen, wenn dem Nachbarn was passiert. Also das ist auch überhaupt nicht empfehlenswert.

Stadtritter Also kann man festhalten: Schutz, Sicherheit gehört in professionelle Hand, dass eben auch in professionelles Eingriffsteam beispielsweise kommt, dass die Polizei rechtzeitig verständigt wird. Die sind eben geschult, Wachdienste sind geschult. Die können solche Situationen möglichst gefahrlos für alle Beteiligten beenden. Die sorgen dafür, dass auch gesichert wird, bis dann eben der Hauseigentümer auch wieder da ist und die Ordnung im Prinzip wieder hergestellt wird.

Sebastian Brose Genau das ist ein ganz wichtiger Punkt, den Sie da ansprechen. Selbst wenn es zu einem Einbruch gekommen ist, müssen Sie ja schauen, dass es notdürftig wieder zugemacht wird, das Fenster, die Tür wieder irgendwo verschlossen wird, damit nicht der nächste noch sozusagen vorbeikommt. Oder, dass Sie auch einfach Witterungseinflüsse haben, Regen oder Wind, was dann zu weiteren Zerstörungen führen kann. Das heißt auch, das kriegen Sie ja nicht wirklich organisiert aus der Ferne und wenn Sie sich vorstellen, Sie sind wirklich 3 Wochen weg, kann das schon eine erhebliche Zeitspanne sein, dass überhaupt jemand erkennt, dass da eingebrochen wurde. Es ist ja auch schon der Punkt zu sagen, ich habe nur mechanische Absicherungen. Dann kriegen Sie das gar nicht mit. Das steht vielleicht 2-3 Wochen die Türe auf. Und das zeigt sehr schön, wie wichtig das ist, alle diese drei Aspekte zu berücksichtigen: mechanische, Absicherung, elektronische Überwachung und dann neben kompetente Intervention im Fall der Fälle

Stadtritter Kommen wir mal zum Thema Digitalisierung. Ist ja nun auch, klar, jetzt heutzutage kein Fremdwort mehr für viele. Smart Home, Smart Building, ist ja auch so ein bisschen das Thema dieses Beitrags. Was gibt es da vom VdS für Lösungen für, was gibt es für Ansätze? Wo geht da die Reise hin?

Sebastian Brose Ja, möchte ich vielleicht noch ein Stück weiter ausholen. In der Tat, sie sprechen das völlig zu Recht an – Smart Home ist in aller Munde. Und was wir gesehen haben in den letzten Jahren ist, dass Smart Home vor allem durch den Einbruchschutz enorm an Bedeutung gewonnen hat. Dass immer mehr auch solche Produkte angeboten werden. Sozusagen Schutz für kleines Geld vor Einbruch. Also wir haben schon Werbeanzeigen gesehen von Versandhäusern von Anbietern, die sagen, für 150 Euro jetzt noch schnell absichern, schützen Sie sich vor den Ferien vor Einbruch. Können Sie in 2,5 Stunden selbst installieren. Das sind so typische Lockangebote die man da findet. Wir hatten auch gerade schon darüber gesprochen. Da sind dann nur wenige Sensoren dabei, das ist dann so ein Komplettpaket wo man eben ein bisschen was hat. Das haben wir getestet. Wir haben mal so Tests gemacht auf Basis der deutschen Norm, die es dafür gibt. Es gibt eine Norm die letztlich schon knapp 10 Jahre alt ist, oder 15 Jahre bald sogar. Die für solche Produkte gedacht ist, noch lange bevor man über Smart Home gesprochen hat, ist das schon entstanden, auch auf unser Mitwirken hin. Das man sagt es muss so eine Rundum-Schutz-Lösung geben für den Privatanwender der nicht nur eine professionelle Einbruchmeldeanlage braucht, sondern der viel mehr so ein Allgefahrenwarnsystem will. Und das ist ja nichts anderes was viele Smart Home Produkte machen. Wir haben die eben getestet, wir haben die angeschaut, gegen diese Norm einfach geprüft und eklatante Schwachstellen festgestellt. Das geht damit los, dass Sie in den Sensoren die Batterie in der Regel – also batteriebetrieben sind in der Regel – keine Überwachung haben. Sie merken also gar nicht wenn die Batterie leer ist. Jede elektrische Zahnbürste sagt, ich bin jetzt leer, ich muss geladen werden, aber diese Sicherheitsprodukte tun das nicht. Wie gesagt, in einigen Fällen wo wir das eben getestet haben, das sind große Schwachstellen, die dann natürlich dazu führen, dass man sich denkt, wenn die Batterie leer ist, funktioniert es nicht mehr. Sie haben weiterhin das Risiko, dass nur sehr einfache Funkprotokolle verwendet werden. Also die Sensoren und die Zentrale, die kommunizieren ja über Funk miteinander. Senden eben Signale in die Richtung. Und das können Sie eben sehr leicht stören. Wir haben das schon mehrfach auch versucht und demonstriert mit einfachen Walkie-Talkies. Wo Sie einfach mit dem Walkie-Talkie senden, und dann setzen Sie damit die ganze Anlage außer Gefecht, das heißt dann können Sie die überwachte Türe öffnen, rein, raus gehen, ohne, dass die Anlage das registriert.

Stadtritter Ich denke, ich bin auf der Arbeit und alles ist gesichert und in der Zeit mit einem einfachen Funkgerät bricht jemand meine, sag ich mal, Schallmauer, meine digitale. Und dringt in meine Wohnung ein, ohne, dass die Anlage das detektieren kann, überhaupt.

Sebastian Brose Genau, das ist einfach physikalisch eine Gegebenheit. Wenn das nur auf einer Frequenz funkt und diese Frequenz ist blockiert. Dann geht es halt nicht weiter. Das ist, wie wenn Sie im Stau stehen, dann können Sie auch nicht – es sei denn Sie haben noch eine Ersatzroute. Professionelle Geräte haben eine Ersatzroute. Die können dann auf andere Frequenzen wechseln, oder sind dann in anderen Frequenzbändern. Was also nochmal eine Sicherheit mehr bietet, das kostet natürlich auch ein bisschen Geld. Die Produkte sind dann eben teurer. Aber bietet eben diesen Schutz. Genauso wie wenn Sie eine Batterieüberwachung dann drin haben, wie Sie eine Überwachung haben: sind die Sensoren überhaupt noch vorhanden? Bei den einfachen Produkten nehmen Sie den Sensor einfach von der Wand, wenn Sie zu Besuch sind, nehmen den mit nach Hause und dann ist er weg.

Stadtritter Der klassische Energieableser beispielsweise der mal da kommt und sagt ich muss hier mal was kontrollieren am Zähler hier. Und dann ist der vielleicht 2 Minuten unaufmerksam oder wird nicht beobachtet und dann nimmt der einfach einen Sensor weg und…

Sebastian Brose Genau, der nimmt den weg, vielleicht hängt der sogar noch etwas anderes hin zur Tarnung oder wie auch immer. Aber diese einfachen Systeme merken das gar nicht. Das heißt Sie haben da Produkte, da steht Smart drauf. Smart suggeriert Intelligenz, suggeriert, dass es modern ist, dass es Zukunftstechnologie ist. Aber eigentlich ist es Technologie von vor-vorgestern, die zum Schutz von, ja also vor allem von Einbruch also gar nicht geeignet ist. Das kann man natürlich nicht pauschal für alles sagen, aber es ist eben die Erfahrung, die wir in diesen Tests gemacht haben, gerade diese einfachen Produkte, die bieten eben diese Leistungsmerkmale nicht.

Stadtritter Wie sieht denn der Weg aus, wenn ich sage, jetzt als Hersteller beispielsweise, ich möchte ein Smart Home oder ein Smart Sicherheitsprodukt auf den Markt bringen. Wie sind denn da so die Prüfwege, wie bekomme ich denn die VdS-Zertifizierung?

Sebastian Brose Also es ist ja so, ich hatte gesagt wir prüfen auf Basis von VdS-Richtlinien und Normen. Das heißt der Hersteller kann sich das vorher schon anschauen, wird sich die Anforderungen durchlesen und wird dann eben schauen, was muss ich tun. Was muss das Produkt leisten. Und im Regelfall ist es so, dass wir dann schon in den Dialog kommen, dass wir vielleicht schon mal ein Prototyp sehen, wo wir schon mal erste Tests machen können, um zu sehen, geht die Reise in die richtige Richtung oder nicht, dass man eben auch nicht falsch entwickelt.

Stadtritter Macht das Sinn oder muss grundlegend was geändert werden…

Sebastian Brose Genau, da können also schon mal so Vortests machen und irgendwann ist dann der Zeitpunkt gekommen, wo dann die Reife einfach da ist, und dann stellt der Hersteller bei uns einen Auftrag zur Prüfung und Zertifizierung dieses Produktes und dann durchlaufen diese Produkte verschiedene Laboratorien bei uns. Es ist so, es gehört mehr dazu als einfach nur, dass das Gerät zuverlässig Einbruch detektiert, das ist natürlich eine Basisanforderung, die auch selbstverständlich abgeprüft wird. Aber es ist eben auch nochmal mehr. Denken Sie an die Umweltverträglichkeit. Umweltverträglichkeit meint Schutz vor Störgrößen, die aus der Umgebung resultieren. Einfaches Beispiel: Sie gehen mit ihrem Handy durch die Gegend, es sendet und wenn Sie ein Radio oder was in der Nähe haben, hören Sie, dass eine Störung da ist. Das ist natürlich etwas was auch auf andere elektronische Produkte störend einwirken kann, weswegen hier auch lange Jahre im Flugzeug – ist ja teilweise immer noch so – Handys verboten sind. Gegen so etwas wird also getestet ob die Anlagen immun sind. Genauso einfach auch so Dinge wie Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Vibrationen und all diese Umwelteinflüsse die auf so ein Gerät im Laufe seines Lebens einfach einwirken. Wenn Sie zum Beispiel an einer Straße wohnen, wo vielleicht die Straßenbahn vorbeifährt, haben Sie bestimmte Vibrationen, die merken Sie vielleicht gar nicht, die können aber die Technik empfindlich beeinflussen. Also das ist ein wesentlicher Punkt. Dann haben wir aber auch die Sabotagesicherheit. Einbruch, ich hatte es ja vorher gesagt, ist kein zufälliges Ereignis. Das heißt da ist jemand mit Köpfchen unterwegs und der versucht vielleicht die Dinge außer Gefecht zu setzen. Das Beispiel mit der Batterie eben oder den Melder einfach zu entfernen. Das muss so eine Anlage natürlich erkennen und entsprechend reagieren. Und das letzte ist eben auch die Bediensicherheit. Die Anlagen, die wir prüfen und zertifizieren müssen auch eine Bediensicherheit aufweisen. Bediensicherheit heißt, zu erwartende Fehlbedienungen dürfen nicht zu unerwarteten Reaktionen führen. Einfaches Beispiel: Sie möchten scharf schalten, dann brauchen Sie eine Rückmeldung – hat das funktioniert oder nicht – sonst drücken Sie vielleicht das zweite Mal und es schaltet dann wieder unscharf. Also es muss einfach eine Eindeutigkeit da sein. Das sind aber ganz wesentliche Punkte, die oft in der Praxis dann die entscheidende Rolle spielen, ob ein System funktioniert oder nicht. Und was jetzt eben gerade bei den smarten Produkten noch neu dazu kommt und von besonderer Wichtigkeit immer mehr wird ist eben die Cyber-Sicherheit. Gerade weil viele Smart-Home-Produkte ja ans Internet angeschlossen werden, um bestimmte Funktionalitäten zu haben, nicht nur die Alarmübertragung, sondern weil sie vielleicht auch Informationen aus dem Internet ziehen, weil Sie mit der App aus der Ferne reinschauen können, ist alles okay oder nicht, muss eben auch diese Schnittstelle sehr stark geprüft und abgesichert sein.

Stadtritter Geht ja dann in beide Richtungen. Also einmal natürlich die App als solche aber auch der Kommunikationsweg, Internet ins Haus rein und aus dem Haus wieder raus.

Sebastian Brose Genau, das hat ganz viele unterschiedliche Dimensionen. Es ist auf der einen Seite, dass niemand dieses Smart Home Produkt von außen hacken kann um dann bei Ihnen speziell irgendetwas außer Gefecht zu setzen. Das ist heute auch, das berichtet auch die Polizei, auch längst nicht die Regel. Also es gibt ganz wenige Fälle, wo das bislang der Fall ist. Aber Sie sagen völlig zurecht noch nicht. Denn es ist sicher anders, wie bei Microsoft Office oder Windows oder anderen sehr weit verbreiteten Produkten, wenn das so ist, wenn die in der Masse einfach hergestellt und eingebaut sind, gibt es eben auch Täter die gezielt Überwindungssoftware schreiben. Und dann können Sie auch als Laientäter eben so ein Programm runterladen und einfach auf Knopfdruck diese Anlagen außer Gefecht setzen ohne, dass sie jetzt der große Hackerguru sind. Das ist eben die eine Seite. Die andere Seite ist aber auch, dass diese smarten Produkte als Angriffswerkzeuge für Dritte verwendet werden. Letztlich, so ein Smart Home Produkt ist ja nichts anderes als ein kleiner Computer und der Computer macht immer das, was man ihm sagt. Das heißt, und die Fälle gibt es in der Tat schon, Täter gehen so vor, dass sie auf die Smart Home Produkte Schadsoftware installieren und diese Produkte verrichten weiter ihren Dienst. Sie merken das gar nicht, sind aber Teil eines sogenannten Command and Control Netzwerks, also ein Netzwerk infizierter Produkte, wo eben die Hacker darauf Zugriff haben. Und das wird dann wiederum eingesetzt für Angriffe auf Dritte. Da gabs ja diesen berühmten Fall in einer New Yorker Wäscherei, wenn ich mich richtig erinnere, war es eine Wäscherei, die hatten Überwachungskameras installiert und die waren eben übers Internet. Konnte man eben schauen wie ist das Bild gerade und irgendwann war da eine Razzia. Da kam die Polizei in diesen Waschsalon und hat da alles von rechts auf links gedreht. Und man hat sich gefragt woran liegt das? Die waren auf der Suche auf demjenigen der das Netflix lahmgelegt hat und es war aber natürlich nicht die Wäscherei die Netflix angegriffen hat, sondern es war einfach nur eine infizierte Webcam, die dort installiert war. Und so kann eben auch jedes Smart Home dazu genutzt werden, Angriffe auf Dritte durchzuführen, ohne dass man sich dessen bewusst ist, geschweige denn, dass man das natürlich möchte. Letztlich geht es sogar so weit, dass mit dem Smart Home ja auch elektrische Geräte gesteuert werden. Denken Sie an Rollläden, denken Sie vielleicht an Beleuchtung, an Lüftungsanlagen –

Stadtritter Türöffnungen…

Sebastian Brose Gerade wenn wir auch nicht nur über Privatgebäude, sondern über Gewerbe, Industriegebäude und auch wirklich leistungsfähige Verbraucher also elektrische Verbraucher denken und das kann man dann ja auch nutzen, um mit diesem Verbraucher alle gleichzeitig ein- und auszuschalten. Und wenn Sie ganz viele Verbraucher gleichzeitig ein-aus-ein-ausschalten, kann es dazu führen, dass das Stromnetz lahmgelegt wird, weil diese Lastspitzen, die dann entstehen, vom Stromnetz überhaupt nicht mehr abgefangen werden können. Das heißt ein unsicheres Smart Home Produkt kann für den Blackout in einer ganzen Stadt sorgen. Und das sind natürlich Dinge, die eben gar nicht so sehr oft im Fokus stehen, weil man sich denkt ich bin ja hier jetzt nicht unbedingt im großen öffentlichen Interesse, wer soll schon mein Smart Home hacken. Aber es ist eben auch eine Verantwortung natürlich gegenüber der Allgemeinheit

Stadtritter Absolut. Sie haben gerade eben gesagt, es gibt Fälle aus der Wirtschaft, New York, eine Wäscherei, da wurde Netflix angegriffen. Das ist natürlich das eine, ist für mich als Verbraucher sehr, sehr weit weg, aber was kann denn mir passieren. Also haben Sie da vielleicht auch einen konkreten Fall wie ich als Verbraucher angegriffen und wirklich auch, ja, in unangenehme Situationen gebracht werden kann?

Sebastian Brose Ja, das passiert durchaus tagtäglich. Es gibt ein Beispiel aus Norddeutschland, wo sich eine Frau gedacht hat, ich möchte mich auch ein bisschen schützen und sie hat eben Videokameras, also Webcams, zu Hause installiert, eben in ihren eigenen vier Wänden. Um eben zu sehen, wenn sie nicht zu Hause ist, ist alles in Ordnung. Und leider ist es eben so passiert: eines Tages ging sie eben durch ihre Wohnung, war nicht bekleidet, vom Badezimmer ins Schlafzimmer und das wurde gehackt diese Kamera und dieses Video wurde aufgezeichnet und im Internet hochgeladen. Können Sie sich vorstellen, das ist natürlich sehr unangenehm. Vor allem man kann das auch nicht wirklich eindämmen. Sie hat immer wieder die Plattform angeschrieben, hat das Video löschen lassen, sie haben das auch gelöscht, aber ein gelöschtes Video hat dazu geführt, dass es an 10 anderen Stellen wieder aufgepoppt ist. Sie hat sich Monate lang nicht mehr aus ihrem Haus getraut. Sie ist dann schlussendlich nach einem Jahr umgezogen in eine ganz andere Gegend Deutschlands. Also auch hier sieht man wieder sehr eindrücklich ein massiver Einschnitt in das Leben durch ein Produkt, von dem man sich eigentlich mehr Sicherheit versprochen hat. Und genau das Gegenteil ist passiert und das ist eben das Thema: man kann nicht wirklich sich davor schützen – vor Einbruch schützen – mit solchen Produkten. Man muss wirklich sichere Produkte nehmen. Man muss geprüfte Produkte nehmen, die auch Schutz vor solchen Dingen bieten. Ansonsten hat man tatsächlich mit Zitronen gehandelt.

Stadtritter Ja. Wie sieht es denn da aus – also VdS natürlich zertifizierte Produkte – das ist die eine Sache. Die sind natürlich auch meistens ein bisschen höherpreisig. Gibt es denn Fördermöglichkeiten, was kann ich als Verbraucher, was kann ich als Unternehmer machen?

Sebastian Brose Genau, also natürlich ist es so, bestimmte Qualität hat ihren Preis, das ist natürlich. Aber die gute Nachricht ist eben: der Staat fördert Einbruchschutz seit einigen Jahren. Sie können also sowohl mechanische als auch elektronische Maßnahmen sich fördern lassen. Durch die KfW gibt es einen Zuschuss. Also wirklich bares Geld zurück. Sie kriegen für die ersten 1000 Euro 20%, von 2000-10000 Euro nochmal 10% als bares Geld zurück von der KfW. Wenn Sie sich eben schützen mit geeigneten Produkten. Das heißt es gibt von der KfW bestimmte Anforderungen. Sie müssten also entweder zertifizierte Produkte einsetzen. Entweder mechanische Produkte oder eben elektronische. Und bei den elektronischen ist es so, dass nicht nur die klassischen Einbruchmeldeanlagen gefördert werden, sondern eben auch moderne Smart Home Anlagen. Wenn Sie bestimmt Anforderungen erfüllen.

Stadtritter Okay, super. Also ich denke auch Fördermittel ist immer klar – ist Geld was ich zurückbekomme. Ich finde auch die Förderung ist gar nicht so klein. Also das ist ja…das spürt man ja deutlich im Portemonnaie. Wo kann ich mich als Verbraucher hinwenden? Gibt es spezielle Zentren, an die ich mich wende? Gibt es auch was im Internet, ein Angebot?

Sebastian Brose Genau, also erstmal ganz besonders interessant ist sicherlich: die Kriminalpolizei berät Sie in Deutschland kostenfrei und produktneutral. Sie finden auf kein-einbruch.de eine Beratungsstellensuche, wo Sie sich im Grunde die nächstgelegene Beratungsstelle aussuchen können. Dann können Sie die Polizeibeamten dort mal besuchen, sich unterhalten. Und die kommen im Regelfall dann auch raus, schauen sich ihr Zuhause an, schauen genau, wo sind die Schwachstellen, was muss man absichern, und geben Ihnen eine Empfehlung, die mal unabhängig von jemandem ist, der damit sein Geld verdient und einfach ganz neutral sich das anschaut. Das ist der erste Schritt sicherlich, den man dann in der praktischen Umsetzung tut. Wenn man vorher noch ein bisschen recherchieren möchte im Internet bieten sich eben natürlich die Webseiten an, wieder kein-bruch.de oder eben auch unser Verbraucherportal. Wir haben auf vds-home.de ganz viel Wissenswertes zusammengestellt für Endanwender, für Verbraucher eben. Das geht los vom Brandschutz – denken Sie an die Rauchwarnmelderpflicht. Wo muss ich Rauchwarnmelder installieren. Tipps wie ich sicher grillen kann. Dann eben über den Einbruchschutz – was ist von Alarmanlagen zu halten, die mit bestimmten Prinzipien arbeiten, die vermeidlich einfachen Schutz bieten. Über Smart Home – wie funktioniert eigentlich so eine Alarmanlage, worauf sollte ich vielleicht auch achten, wenn ich nicht zu Hause bin, also Präventionstipps. Wir hatten ja vorhin schon drüber gesprochen, das Haus sollte bewohnt erscheinen. Der klassische Rat der Polizei war immer ja auch: schau, dass der Briefkasten regelmäßig geleert wird, damit eben das nicht überquillt. In der heutigen Zeit besonders wichtig vor allem Social Media – also nicht unbedingt zu posten: ich sitze jetzt gerade in der Südsee am Strand, hier ist das Foto. Denn da gab es auch schon Fälle, wo tatsächlich es Webseiten gab, die das automatisch ausgewertet haben und die dann auf einer Internetkarte die Häuser markiert haben wo eben jemand nicht zu Hause ist. Also das ist heutzutage natürlich besonders wichtig auch das zu beachten. Prävention ist immer der erste Schritt. Damit die Technik vielleicht gar nicht erst ihr Können ausspielen muss, ist es am besten, wenn der Einbrecher es gar nicht erst versucht. Da gibt es ebenso verschiedene Verhaltenstipps. Das alles finden Sie auf vds-home.de. Genauso wie eben eine Suche über die anerkannten Produkte, das heißt also geeignete, geprüfte, zertifizierte Produkte und eben auch Fachfirmen. All das finden Sie dort, listen wir dort auf. Viel Informationsmaterial auch zum Nachlesen, um sich mit dem Thema wirklich auch zu befassen.

Stadtritter Ich denke es ist ein riesengroßer Berg an Information was wir heute gehört haben. Ich glaube letzten Endes kann man auf jeden Fall sagen, ich muss als, egal ob als Verbraucher oder als Unternehmen, einfach dafür sorgen, dass ich wenig Angriffsfläche biete. Also auch nicht immer mit meinen Informationen also frei Haus herumhausiere und wirklich poste – gerade soziale Medien. Ich glaube da sind wir uns ja einig, Digitalisierung ist toll, aber man muss es halt auch irgendwo begrenzen. Man kann auch beispielsweise mal ein Bild, wie man es früher gemacht hat, nach dem Urlaub zeigen. Dann bin ich wieder zu Hause.

Sebastian Brose Die klassische Empfehlung, dann kann nichts schief gehen.

Stadtritter Genau. Ich sollte nach Möglichkeit auch vielleicht gucken, dass ich eine Anwesenheit zumindest simuliere. Also, dass jemand beispielsweise den Briefkasten leert, solche Sachen. Vielleicht auch eine Zeitschaltuhr und diese Geschichten.

Sebastian Brose Genau. Also die Zeitschaltuhr ist so die klassische Empfehlung auch wieder. Das geht heute ja sogar noch viel einfacher eben mit Smart Home. Dann kann so ein Smart Home System sehr viel Gutes ausspielen. Weil es dann eben nicht jeden Abend um halb 5 das Licht anschaltet, egal ob es schon vielleicht eine halbe Stunde dunkel ist, weil es bewölkt war oder, dass es vielleicht noch hell ist, weil es ein schöner sonniger Tag ist. So ein Smart Home kann die Gewohnheiten aufzeichnen und dann situationsgerecht abspielen in einer Abhängigkeit zur Helligkeit. Und zu anderen Dingen mal den Fernseher anmachen, das Licht einschalten, ausschalten. Dass das wirklich nicht so wie vom Band aufgenommen ist, sondern wirklich echt, sozusagen simuliert wird. Das wirkt dann schon ganz, ganz viel.

Stadtritter Genau, weil diese einfache Simulation möglicherweise sogar eine Einladung darstellt. Immer wenn um 5 Uhr das Licht angeht und um 21 Uhr wieder ausgeht, dann kann ich davon ausgehen, okay, da ist niemand zu Hause, das macht ein Automat. Mit intelligenter Technik, mit geprüfter Technik habe ich halt hier eben einen entscheidenden Vorteil. Ja die kostet etwas mehr, die wird aber auch gefördert und im Schritt wirklich als erste Frontabsicherung sollte ich dann darauf achten, dass ich eben nicht nur Technik einsetze, sondern mit der Mechanik möglichst lange den Einbrecher auch wirklich draußen halte. Dass wir da schon direkt den Versuch unterbinden, dass es gar nicht zum Eindringen kommt.

Sebastian Brose Genau, so ist es. Letztlich wie so ein Zwiebelschalenprinzip verschiedene Schichten einfach aufbauen, Schutzschichten. Gar nicht erst interessant sein für Einbrecher. Mechanisch eine Barriere schaffen, das dann elektronisch überwachen und auch eine situationsgerechte Intervention einfach zu haben durch einen Sicherheitsdienst. Das in der Summe. Möglichst natürlich VdS anerkannte Produkte. Das funktioniert dann am allerbesten, dann haben Sie wirklich alles getan für die Sicherheit. Ich will nicht sagen, dann kann Ihnen nichts mehr passieren, aber dann sind Sie einfach maximal geschützt und da gibt es viele andere Objekte, die viel schlechter geschützt sind und das sind dann die, wo die Täter hin gehen aber nicht zu Ihnen.

Stadtritter Sehr gut. Vielen Dank Herr Brose. Wir sind auch schon wirklich jetzt am Ende unserer Sendezeit. Ich muss sagen das verging wie im Flug. War sehr, sehr interessant für mich. Bestimmt auch für alle Zuschauer draußen. Ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Dann ganz herzlichen Dank, dass Sie uns zugeschaut haben, und ich hoffe Sie nehmen wichtige und wertvolle Tipps für Sie und für Ihre persönliche Sicherheit mit.

Sebastian Brose Vielen Dank.

Stadtritter Wie hat es Ihnen gefallen? Was haben Sie mitgenommen aus dem Onlinesicherheitskongress? Ich denke wir haben in den vergangenen Tagen und auch heute sehr, sehr viele interessante Konzepte gesehen. Wir haben sehr, sehr interessante, teilweise verblüffende Aussichten bekommen, wohin die Technikreise geht. Was für Möglichkeiten uns modernste Sicherheitstechnik erbietet. Und wir haben vor allem auch gesehen, wie ein Zertifizierungsprozess abläuft. Wie ein Haus abgesichert werden soll. Ganz spannende Geschichten. Ganz spannende Sachen die vor uns stehen. Und wir persönlich können jetzt schon für uns das Fazit ziehen: diese Veranstaltung hat sich gelohnt, denn wir konnten es schaffen, dass wir Sie – sei es nun als Herstellervertreter, als Errichter oder auch als Privat- oder Geschäftsmann – so erreichen konnten, dass Sie dieses Wissen für Sie in einer perfekten Form aufnehmen konnten. Zögern Sie nicht, wenn Sie eine Frage haben, auch jetzt noch gerne uns zu kontaktieren. Wenn Sie Kontakt zu einem Hersteller oder zu einem anderen Teilnehmer des Kongresses wollen, schreiben Sie einfach in den Chat unten Ihre Nachricht an uns und wir leiten das entsprechend weiter. Alle Fragen die unbeantwortet geblieben sind zum jetzigen Zeitpunkt werden wir in der Folgewoche, also ab Montag, ab morgen, weiterleiten und die werden dann sicherlich auch in Kürze beantwortet werden. Mir bleibt an dieser Stelle wirklich nur noch zu sagen: ganz, ganz herzlichen Dank, dass Sie es uns ermöglicht haben diesen Kongress durchzuführen, dass Sie an diese Idee geglaubt haben, dass Sie mit dabei waren. Und ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn wir Sie auch im nächsten Jahr wieder hier an gleicher Stelle bei sicherheitskongress.online begrüßen dürfen, wenn wir diesen Kongress ins zweite Jahr verlängern und dann auch wieder mit spannenden neuen Themen für Sie dabei sind. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle natürlich einmal der Firma Stadtritter, der Leitstelle, die es ermöglicht hat, diesen Kongress überhaupt durchzuführen aber natürlich auch an die vielen, vielen Firmen, die gesagt haben, ja wir sind mit dabei. Wir nehmen diese Idee auf. Wir geben da auch ein gutes Stück unserer Zeit mit rein. Waren sehr, sehr viele tolle Vorträge, die wir hatten, waren tolle Interviews, die wir geführt haben, wo sich wirklich die Menschen Zeit nehmen, dafür, was auch teilweise außerhalb der normalen Arbeitszeiten natürlich ist. Muss man glaube ich an dieser Stelle mal ein ganz, ganz dickes Dankeschön sagen, für die Unterstützung, die wir erfahren haben und natürlich Ihnen ein ganz, ganz großes Dankeschön, dass Sie mit dabei waren, dass Sie über diese gesamte Zeit uns zugehört haben, Ideen aufgenommen haben und ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn wir uns im nächsten Jahr an dieser Stelle wieder sehen. Vielen Dank fürs Zuschauen.

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