Einbruchstatistik Deutschland 2025: Wo wird am häufigsten eingebrochen? (PKS-Analyse)
Zum vierten Mal in Folge sind die Wohnungseinbrüche in Deutschland gestiegen: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS 2025) weist bundesweit 82.920 Fälle aus – ein Plus von 5,7 % gegenüber 2024. Damit nähern sich die Einbruchszahlen wieder dem Vor-Corona-Niveau von 2019 (87.145 Fälle). Gleichzeitig bleibt die Aufklärungsquote mit rund 15 Prozent auf historisch niedrigem Niveau.
Diese Analyse führt durch die wichtigsten Kennzahlen der Einbruchstatistik 2025, zeigt Hotspots und sichere Regionen in Deutschland und erklärt, was die Zahlen für Hauseigentümer, Mieter und Gewerbetreibende bedeuten. Die bundesweiten Daten stammen aus der PKS 2025 des Bundeskriminalamts (veröffentlicht April 2026); die regionale Kreisauswertung basiert auf den aktuellsten verfügbaren Kreisdaten aus der PKS 2024.
82.920 Wohnungseinbrüche 2025 (+5,7 %) – der vierte Anstieg in Folge. Das Niveau von 2019 ist fast wieder erreicht.
Einbruchszahlen 2025 auf einen Blick
- 82.920 Wohnungseinbrüche bundesweit (+5,7 % gegenüber 2024)
- Häufigkeitszahl (HZ): 99,2 je 100.000 Einwohner
- 4. Anstieg in Folge – seit dem Tiefstand 2021 +52 %
- Aufklärungsquote: rund 15 % – eine der niedrigsten im gesamten PKS-Deliktkatalog
- Tageswohnungseinbruch: weiterhin rund 37 % aller Fälle
- Regionaler Spitzenwert: Mülheim an der Ruhr – etwa 50-mal höher als die sichersten Kreise in Bayern
Der Trend 2015–2025: Vier Jahre Anstieg in Folge
Der langfristige Verlauf der PKS zeigt zwei gegenläufige Entwicklungen. Von 2015 – dem letzten Höchststand mit 167.136 Einbrüchen – bis zum pandemiebedingten Tiefstand 2021 halbierten sich die Fallzahlen auf 54.236 Einbrüche. Seit 2022 kehrt sich der Trend um. 2025 ist bereits das vierte Jahr in Folge mit steigenden Einbruchszahlen, und der diesjährige Anstieg ist mit +5,7 % der zweitstärkste seit 2022.
| Jahr | Fälle bundesweit | HZ (pro 100k) | Veränderung |
| 2015 | 167.136 | 205,8 | Höchststand |
| 2016 | 151.265 | 184,1 | −9,5 % |
| 2017 | 116.540 | 141,2 | −22,9 % |
| 2018 | 97.504 | 117,8 | −16,3 % |
| 2019 | 87.145 | 105,0 | −10,6 % |
| 2020 | 75.023 | 90,2 | −13,9 % |
| 2021 | 54.236 | 65,2 | −27,7 % (Tiefststand) |
| 2022 | 65.908 | 79,2 | +21,5 % |
| 2023 | 77.819 | 92,2 | +18,1 % |
| 2024 | 78.436 | 94,0 | +0,8 % |
| 2025 | 82.920 | 99,2 | +5,7 % |
Warum steigen die Einbruchszahlen wieder? Der massive Rückgang bis 2021 war zu einem großen Teil ein Corona-Effekt. Homeoffice und Lockdowns sorgten dafür, dass Wohnungen tagsüber durchgehend belebt waren – für Einbrecher ein erhebliches Entdeckungsrisiko. Mit der Rückkehr zum Büroalltag ab 2022 normalisierten sich die Tatgelegenheiten. Hinzu kommen professionell organisierte, international agierende Tätergruppen, die nach zwei Jahren Pause zurückkehrten.
Das Niveau von 2015 ist mit 82.920 Fällen zwar noch immer rund halb so hoch. Die Richtung stimmt für Hauseigentümer aber weiter bedenklich: Zieht man 2019 als letztes “Normaljahr” vor Pandemie-Verzerrungen heran (87.145 Fälle), liegt 2025 nur noch knapp 5 % darunter.
Einbruch-Hotspots 2025: Das Ruhrgebiet dominiert die Statistik
Kreisdaten auf Basis der PKS 2025 werden vom BKA traditionell erst einige Monate nach den Bundeszahlen veröffentlicht. Die aktuellsten verfügbaren Kreisdaten stammen daher noch aus der PKS 2024. Die regionalen Muster sind jedoch über Jahre extrem stabil – dieselben Kreise tauchen Jahr für Jahr an der Spitze auf.
| Rang | Kreis / Stadt | Bundesland | Fälle | HZ |
| 1 | Mülheim an der Ruhr | NRW | 562 | 325 |
| 2 | Bremerhaven | Bremen | 359 | 303 |
| 3 | Köln | NRW | 3.039 | 297 |
| 4 | Essen | NRW | 1.573 | 274 |
| 5 | Herne | NRW | 393 | 252 |
| 6 | Gelsenkirchen | NRW | 666 | 249 |
| 7 | Bochum | NRW | 870 | 244 |
| 8 | Berlin | Berlin | 8.529 | 233 |
| 9 | Düsseldorf | NRW | 1.428 | 232 |
| 10 | Duisburg | NRW | 1.128 | 224 |
Sieben der zehn Landkreise mit der bundesweit höchsten Einbruchs-HZ liegen in Nordrhein-Westfalen, fünf davon allein im Ruhrgebiet. Mülheim an der Ruhr führt die Liste mit einer Häufigkeitszahl von 325 an – dort war im Durchschnitt jede 308. Person von einem Wohnungseinbruch betroffen. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei einer HZ von 99,2.
Warum ist das Ruhrgebiet so stark betroffen?
- Hohe Bebauungsdichte: Reihenhäuser und dichte Wohngebiete bieten kurze Fluchtwege und viele potenzielle Ziele auf engem Raum
- Autobahn-Infrastruktur: Das dichte Netz aus A2, A3, A40, A42, A43, A52 ermöglicht reisenden Tätergruppen schnelle An- und Abfahrt
- Grenzlage NRWs: Der kurze Weg in die Niederlande und nach Belgien ist ein europaweit dokumentierter Zusammenhang mit organisierter Einbruchskriminalität
- Sozioökonomische Faktoren: Städte mit höherer Arbeitslosigkeit und geringerem Median-Einkommen korrelieren statistisch mit höheren Einbruchraten
Bayern bleibt Deutschlands sicherste Region
Das spiegelbildliche Gegenstück zum Ruhrgebiet findet sich nahezu vollständig in Bayern. Die fünf Kreise mit den bundesweit niedrigsten Einbruchs-Häufigkeitszahlen sind allesamt bayerisch – Kaufbeuren, Oberallgäu, Ostallgäu, Straubing-Bogen und Bad Tölz-Wolfratshausen. Alle liegen unter einer HZ von 11.
🔴 Höchste Einbruchsrate: Mülheim an der Ruhr
HZ: 325
562 Fälle
Mehr als 3-facher Bundesdurchschnitt
Innerstädtische Ruhrgebietsstadt
🟢 Niedrigste Einbruchsrate: Kaufbeuren
HZ: 6,5
Nur 3 Fälle
Rund 50× niedriger als Mülheim
Mittelstadt im Allgäu
Was die bayerischen Spitzenwerte gemeinsam haben: geringe Bebauungsdichte, ausgeprägte lokale Sozialkontrolle in Kleinstädten und ländlichen Gemeinden, größere Abstände zwischen Grundstücken mit entsprechend höherem Entdeckungsrisiko sowie kürzere Reaktionszeiten der Polizei auf dem Land. Hinzu kommt ein deutlich höheres Median-Alter und ein stärker eigentümergeprägter Wohnungsmarkt – beides Faktoren, die nachweislich mit geringeren Einbruchraten einhergehen.
Tageswohnungseinbruch 2025: Das unterschätzte Risiko
Besonders aufschlussreich ist der Anteil der Tageswohnungseinbrüche – also der Fälle, die zwischen 06:00 und 21:00 Uhr stattfinden, wenn Bewohner üblicherweise nicht zu Hause sind. Der Anteil liegt seit Jahren konstant bei rund 37 % aller Wohnungseinbrüche. Für 2025 bedeutet das rechnerisch etwa 30.700 Tageswohnungseinbrüche bundesweit.
Rund 37 % aller Einbrüche passieren tagsüber – dann, wenn die Täter davon ausgehen, dass niemand zu Hause ist.
Der Tageswohnungseinbruch ist für Eigentümer besonders relevant, weil er durch sichtbare Sicherheitssignale besonders wirksam abgeschreckt werden kann: Bewegungsmelder, außen sichtbare Alarmanlagen-Komponenten, Rollläden mit Zeitschaltung und smarte Anwesenheitssimulation verändern die Risikowahrnehmung des Täters. Gerade in Ruhrgebietsstädten wie Essen (HZ 148), Mülheim (HZ 140) oder Bochum (HZ 129) macht der Tageswohnungseinbruch den größten Teil des örtlichen Einbruchgeschehens aus.
Aufklärungsquote 2025: Nur 15 von 100 Einbrüchen werden gelöst
Die vielleicht ernüchterndste Zahl der PKS 2025 betrifft die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen: Nur rund 15 % der Fälle werden aufgeklärt – damit gehört der Wohnungseinbruch zu den Delikten mit der niedrigsten Aufklärungsquote überhaupt.
| Delikt | Aufklärungsquote 2025 | Einordnung |
| Straftaten insgesamt | ca. 58 % | Bundesdurchschnitt |
| Gewaltkriminalität | ca. 77 % | Hoch – Täter häufig bekannt |
| Sachbeschädigung | ca. 25 % | Unter Durchschnitt |
| Wohnungseinbruch | ca. 15 % | Deutlich unter Schnitt |
| Tageswohnungseinbruch | ca. 17 % | Minimal besser |
Zum Vergleich: Bei Gewaltkriminalität liegt die Aufklärungsquote bei über 77 % – weil sich Täter und Opfer häufig kennen. Bei Einbrüchen dagegen hinterlassen professionell vorgehende Tätergruppen selten verwertbare Spuren, die Tatorte werden oft systematisch “sauber” verlassen. Die Konsequenz für Hauseigentümer ist eindeutig: Die primäre Strategie muss Prävention sein, nicht Strafverfolgung.
Sachbeschädigung: Der blinde Fleck neben dem Einbruch
Während Einbrüche regelmäßig mediale Aufmerksamkeit erhalten, wird ein verwandtes Delikt kaum diskutiert: Sachbeschädigung. Mit 545.279 Fällen bundesweit zählt sie 2025 zu den häufigsten Eigentumsdelikten und trifft Haus- und Wohnungseigentümer direkt – von beschädigten Fahrzeugen über zerstörte Gartenhäuser bis zu Graffiti an Fassaden.
Besonders betroffen sind weiterhin Großstädte: Koblenz, Leipzig und Berlin führen in der regionalen Auswertung (PKS 2024). Die bundesweite Aufklärungsquote bei Sachbeschädigung liegt bei rund 25 %.
Was die Zahlen bedeuten – und was nicht
Kriminalstatistiken verführen zu schnellen Schlüssen. Einige wichtige Einordnungen, damit Sie die PKS 2025 richtig lesen:
- Die PKS erfasst nur das Hellfeld – also Taten, die der Polizei bekannt wurden. Das Dunkelfeld bei Einbrüchen wird schätzungsweise 30–50 % höher angenommen (u. a. durch nicht angezeigte Versuche).
- Hohe Fallzahlen in Großstädten sind zum Teil methodisch bedingt: Pendler, Touristen und Gewerbetreibende erhöhen die tatsächliche Opferzahl, ohne in der Einwohnerzahl zu erscheinen. Die HZ ist dadurch in Metropolen tendenziell zu hoch.
- Ein niedriger HZ-Wert bedeutet nicht, dass ein Einbruch dort unmöglich ist. Er bedeutet, dass das statistische Risiko deutlich geringer ist.
- Regionale Unterschiede bei der Anzeigenerstattung verzerren die Statistik: In einkommensstärkeren Regionen werden Einbrüche häufiger angezeigt (u. a. wegen Versicherungserstattung).
- Die Bundeszahlen 2025 lagen bei Redaktionsschluss vor, die vollständigen Kreisdaten zur PKS 2025 werden vom BKA voraussichtlich Mai/Juni 2026 veröffentlicht. Wir aktualisieren diese Analyse, sobald die neuen Kreiszahlen verfügbar sind.
Statistiken zeigen Muster, keine Garantien. Wer sein Haus in Kaufbeuren nicht sichert, weil “dort kaum eingebrochen wird”, handelt fahrlässig.
Was bedeutet die Einbruchstatistik 2025 für Hauseigentümer?
Die regionale Risikoanalyse ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für eine Sicherheitsentscheidung – aber kein Freifahrtschein. Unabhängig vom Wohnort gelten drei evidenzbasierte Grundsätze zur Einbruchsprävention, die im KFV-Jahresbericht und in Studien der Kriminologischen Forschung immer wieder bestätigt werden:
- Sichtbare Abschreckung wirkt: Außen sichtbare Alarmanlagen-Komponenten, Bewegungsmelder und Kameras erhöhen das wahrgenommene Risiko für Täter messbar und verschieben die Zielauswahl in Richtung weniger gesicherter Objekte.
- Mechanische Sicherung ist Basisschutz: Einbruchhemmende Türen und Fenster in den Widerstandsklassen RC2 oder RC3 sind der effektivste Einzelschutz – laut BKA geben rund 50 % der Einbrecher nach 3 Minuten erfolglosem Aufbruchversuch auf.
- Elektronik ergänzt, ersetzt aber nicht: Alarmanlagen sind kein Ersatz für mechanische Sicherung, sondern eine zusätzliche Schutzschicht – besonders wertvoll in Kombination mit einer 24/7-Notrufzentrale und Polizei-Aufschaltung.
Häufige Fragen zur Einbruchstatistik 2025
Wie viele Wohnungseinbrüche gab es 2025 in Deutschland?
Laut PKS 2025 wurden bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche registriert, ein Anstieg um 5,7 % gegenüber 2024 (78.436 Fälle). Die Häufigkeitszahl liegt bei 99,2 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner.
In welcher Stadt wird am häufigsten eingebrochen?
Mülheim an der Ruhr führt auf Basis der aktuellsten verfügbaren Kreisdaten (PKS 2024) mit einer Häufigkeitszahl von 325 die Statistik an. Sieben der zehn Top-Kreise liegen in Nordrhein-Westfalen, fünf davon im Ruhrgebiet.
Wo ist Deutschland am sichersten vor Einbrüchen?
Die fünf Landkreise mit der bundesweit niedrigsten Einbruchs-Häufigkeitszahl liegen allesamt in Bayern. Kaufbeuren bildet mit einer HZ von 6,5 das Schlusslicht – dort ist das statistische Einbruchrisiko rund 50-mal niedriger als in Mülheim an der Ruhr.
Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen 2025?
Die bundesweite Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch liegt bei rund 15 %. Damit zählt der Wohnungseinbruch zu den Delikten mit der niedrigsten Aufklärungsquote in Deutschland. Beim Tageswohnungseinbruch ist sie mit ca. 17 % nur marginal höher.
Wann passieren die meisten Einbrüche?
Rund 37 % aller Wohnungseinbrüche sind Tageswohnungseinbrüche (06:00 bis 21:00 Uhr). Die Täter nutzen gezielt Abwesenheitszeiten von Berufstätigen. In den Abend- und Nachtstunden spielt sich der Rest des Einbruchgeschehens ab.
Wann werden die Kreisdaten zur PKS 2025 veröffentlicht?
Das Bundeskriminalamt veröffentlicht die detaillierten Länder- und Kreisauswertungen zur PKS 2025 traditionell einige Monate nach den Bundeszahlen, voraussichtlich Mai/Juni 2026. Diese Analyse wird dann entsprechend aktualisiert.
Die interaktive Kriminalstatistik zur PKS 2025
Alle Daten dieser Analyse können Sie selbst erkunden – mit Karte, Zeitreihe und Bundesländer-Ranking:
- 400 Landkreise und kreisfreie Städte auf der Karte
- 41 Delikte auswählbar – von Einbruch bis Cybercrime
- Zeitreihen von 2000 bis 2025
- Bundesländer-Vergleich und Ranking (Top / Bottom)
▶ Zur interaktiven Kriminalstatistik: stadtritter.de/kriminalstatistik-deutschland
Statistiken & Sicherheit: Kriminalstatistik Deutschland 2025 | Einbruchstatistik 2024 (Rückblick) | Alarmanlagen | Einbruchzahlen Berlin 2025 | Einsatzgebiete