Zuletzt aktualisiert: April 2026 | Autor: Stadtritter GmbH – VdS-zertifizierter Sicherheitsdienstleister seit 2013
Seit der Teillegalisierung 2024 entstehen in Deutschland Cannabis-Fachgeschäfte und Anbau-Vereinigungen. Die Sicherheitsanforderungen sind hoch – gesetzlich, versicherungstechnisch und in der Praxis. Wir zeigen, wie ein konformes Sicherheitskonzept aussieht.
Das Wichtigste in 30 Sekunden:
– KCanG §11: Umfassender Sicherheitsstandard Pflicht
– Alarmanlage nach VdS-Klasse B mindestens, oft C
– Zutrittskontrolle und Videoüberwachung dokumentiert
– Tresor für Lagerung, Kassenhandhabung mit Zeitverzögerung
– Stadtritter unterstützt als VdS-zertifizierter Dienstleister
Rechtsgrundlage: KCanG §11
Seit 1. April 2024 ist der Anbau und Besitz von Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Das Cannabisgesetz (KCanG) §11 regelt konkrete Sicherheitsanforderungen für Anbauvereinigungen und gewerbliche Ausgabestellen:
- Gesicherte Räumlichkeiten gegen unbefugten Zutritt
- Schutz vor Diebstahl durch bauliche und elektronische Maßnahmen
- Videoüberwachung mit Protokollierung
- Zutrittskontrolle nur für berechtigte Personen
- Dokumentation aller Sicherheitsmaßnahmen
Ohne konformes Sicherheitskonzept droht der Verlust der Genehmigung.
Gesundheitliche und rechtliche Besonderheiten
Cannabis-Abgabestellen unterliegen zusätzlich:
- Jugendschutzgesetz (Altersverifikation)
- Abgabemenge-Dokumentation (§10 KCanG)
- Anbaudokumentation (§25 KCanG für Anbauvereinigungen)
- Datenschutz nach DSGVO für Mitglieder-/Kundendaten
Die 5 Ebenen der Absicherung
1. Mechanischer Grundschutz
- Schutztür RC3 oder höher
- Fenster mit Pilzkopfverriegelung und Sicherheitsfolie
- Keller-/Souterrain-Zugänge mit Einbruchschutz
- Tresor für Lager (mindestens Klasse 1 nach EN 1143-1)
2. Elektronische Überwachung
- Alarmanlage VdS-Klasse B oder C
- Öffnungsmelder an allen Zugängen
- Glasbruchmelder im Verkaufsraum
- Bewegungsmelder in Lagerbereichen
- Manipulationsschutz auf allen Meldern
3. Videoüberwachung
- Kameras an allen Ein-/Ausgängen, Kassen, Lagerzugängen
- Auflösung mindestens 1080p, nachts IR-fähig
- Aufzeichnung revisionssicher, DSGVO-konform
- Speicherdauer 14–30 Tage (je nach Landesauslegung)
Details im Fachartikel Videoüberwachung DSGVO.
4. Zutrittskontrolle
- RFID-basierte Zugänge für Mitarbeiter
- Unterschiedliche Berechtigungsstufen (Verkauf, Lager, Anbau)
- Protokollierung jedes Zugangs
5. Leitstellenaufschaltung
- 24/7 Leitstellenverbindung
- Stiller Alarm bei Überfall (HelpMeButton)
- Videoverifikation im Alarmfall
- Dokumentierte Maßnahmenkette
Personal- und Überfallschutz
Da Cannabis-Shops neue Zielobjekte für Überfälle sind, empfehlen wir:
- HelpMeButton am Verkaufsplatz (stiller Alarm)
- Deeskalationstraining der Mitarbeiter
- Zwei-Personen-Regel beim Abschluss
- Bargeldreduktion durch bargeldlose Zahlung
Details im Fachartikel Panic Button Ratgeber.
Anbauvereinigungen
Hier sind zusätzliche Maßnahmen notwendig:
- Perimeterschutz (Zaun, Bewegungsmelder außen)
- Klimatisierungs-Alarmierung (Plant-Stress-Schutz zu erkennen)
- Zutrittskontrolle dokumentiert
- Videoüberwachung der Anbauzonen
- Leitstellenaufschaltung auch für technische Alarme
Kosten-Beispiel Cannabis-Fachgeschäft 150 qm
| Position | Einmalig | Monatlich |
|---|---|---|
| Schutztür RC3 + Fenster | 6.000 € | – |
| Alarmanlage VdS-B inkl. Installation | 8.500 € | – |
| Videoanlage 6 Kameras + NVR | 4.500 € | – |
| Zutrittskontrolle | 3.200 € | – |
| Tresor | 1.800 € | – |
| HelpMeButton | 99 € | 9,98 € |
| Leitstellenaufschaltung | – | 60 € |
| Wartung | – | 180 € |
Summe: einmalig ca. 24.000 € + ca. 250 €/Monat.
Für Anbauvereinigungen höher (mechanisch + außen).
Versicherung
Cannabis-Fachgeschäfte sind versicherungstechnisch neue Kategorie. Erwartung:
– Deutlich höhere Prämien als Standardgewerbe
– Dokumentierte Sicherheitstechnik Voraussetzung
– Tresor-Pflicht für Versicherungsanerkennung
Ablauf mit Stadtritter
- Erst-Beratung vor Ort, Objektanalyse
- Konzept-Erstellung KCanG-konform
- Installation durch VdS-zertifizierte Partner
- Leitstellenanbindung 24/7
- Schulung der Mitarbeiter
- Laufende Wartung mit Dokumentation für Genehmigungsbehörde
Mid-Content-CTA: Sie planen eine Cannabis-Abgabestelle? Stadtritter-Beratung – wir kennen die KCanG-Anforderungen im Detail.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Alarmanlage Pflicht?
Ja, nach §11 KCanG zwingend.
Welche VdS-Klasse ist gefordert?
Mindestens Klasse B, oft Klasse C je nach Lage und Bestand.
Dürfen wir Videoaufzeichnungen speichern?
Ja, DSGVO-konform mit Aushang, begrenzter Speicherdauer und Zugriffskontrolle.
Kostet der Tresor extra?
Ja, je nach Klasse 1.500–6.000 €. Versicherungsvoraussetzung.
Bietet Stadtritter ein Komplettpaket?
Ja, von Objektanalyse bis Wartung aus einer Hand.
Wie schnell können wir aufschalten?
Nach Hardware-Installation binnen 2–4 Wochen.
→ Stadtritter-Beratung KCanG-Konformität | → Alarmanlage für Gewerbe | → HelpMeButton

















