Neuer Höchststand: Wohnungseinbrüche kosteten die deutschen Versicherer 2025 rund 380 Millionen Euro – ein Plus von 30 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Mit 82.920 polizeilich erfassten Fällen (PKS 2025) und einem Schadendurchschnitt von 3.850 Euro markiert das Berichtsjahr den höchsten Wert seit Beginn der Messung. Dieser Ratgeber führt durch alle Zahlen – und zeigt, wer einbricht, wann, wie und was wirklich schützt.
Schadenbilanz 2025: Versicherer melden 380 Millionen Euro
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat seine Bilanz für das Berichtsjahr 2025 vorgelegt. Die Botschaft ist eindeutig: Einbruchdiebstahl wird teurer – sowohl in der Summe als auch je Fall. Insgesamt zählten die deutschen Hausratversicherer rund 100.000 versicherte Wohnungseinbrüche, etwa 5.000 mehr als im Vorjahr. Die ausgezahlten Leistungen stiegen um 30 Millionen auf 380 Millionen Euro. Wer regional tiefer einsteigen will, findet ergänzend unsere Einbruchstatistik Deutschland 2026 mit allen 400 Landkreisen im Vergleich und die Einbruchstatistik Deutschland 2025.
Hinweis: Die GDV-Statistik zählt versicherte Fälle inkl. Versuchen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst für 2024 78.436 angezeigte Fälle, für 2025 vorläufig 82.920. Beide Quellen ergeben in der Tendenz das gleiche Bild – mit zwei unterschiedlichen Bezugsgrößen (Versicherte vs. Anzeigen).
Langzeit-Trend: Vom Tiefpunkt zurück zur 100.000er-Marke
Nach dem markanten Rückgang während der Corona-Jahre steigen die Einbruchszahlen seit 2022 kontinuierlich. 2021 lag die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche noch bei rund 70.000 – heute sind es wieder 100.000. Vom Spitzenwert aus 2015 (180.000) ist Deutschland zwar weit entfernt, der Aufwärtstrend ist aber klar erkennbar.
Datenbasis: GDV-Schadenstatistik 2005–2025, Pressemitteilungen vom 04.04.2025 und 21.04.2026.
Schadendurchschnitt steigt erneut: 3.850 Euro pro Einbruch
Nicht nur die absolute Zahl der Fälle wächst – auch jeder einzelne Einbruch wird teurer. Mit 3.850 Euro pro Fall liegt der Schadendurchschnitt 2025 erneut um 200 Euro über dem Vorjahr und erreicht den höchsten Wert seit Beginn der Messung. Hauptgrund: Einbrecher haben es vor allem auf hochwertige Technik abgesehen.
„Die Täter nehmen mit, was sich schnell zu Geld machen lässt – das ist heute vor allem teure Technik wie Smartphones, Kameras oder Computer.”Anja Käfer-Rohrbach, stellv. GDV-Hauptgeschäftsführerin

Wer bricht ein? Täterprofile aus PKS und KFN-Forschung
Das Bundeskriminalamt zählte für das Jahr 2024 rund 10.180 Tatverdächtige beim Wohnungseinbruchdiebstahl – darunter über 84 Prozent Männer. Auffällig: Etwa 1.700 der ermittelten Tatverdächtigen waren minderjährig oder heranwachsend. Trotzdem dominieren Erwachsene ab 21 Jahren das Bild (rund 80 Prozent).
Eine umfangreiche Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) hat verurteilte Einbrecher aus 15 Ländern – darunter Albanien, Georgien, Kosovo, Kroatien, Polen, Rumänien und Serbien – zu Motiven, Methoden und Strukturen befragt. Die Forscher unterscheiden drei Tätertypen:
1. Notgetriebene
Zugewanderte oder Geflüchtete, die aus akuten finanziellen Nöten heraus handeln. Häufig kommen sie über Kontakte in der Kleinkriminalität zum Wohnungseinbruch.
2. Gewinnorientierte
Streben nach „schnellem Geld” und Luxus, agieren in Gruppen und sind bereits deutlich besser organisiert. Sie verlegen ihren Wohnsitz nicht dauerhaft, sondern reisen für Taten an.
3. Berufseinbrecher
Lernen das „Handwerk” oft in der Familie, betrachten Einbruch als Beruf und sind in fest organisierte, teils europaweit aktive Strukturen eingebunden.
Quellen: BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 (Factsheet Wohnungseinbruchdiebstahl, Stand April 2025); KFN-Forschungsbericht zu reisenden Tätern (Wollinger, Dreißigacker u. a.).

Wann wird eingebrochen? Tageseinbrüche dominieren
Das Klischee vom nächtlichen Einbrecher hält sich hartnäckig – stimmt aber nicht. Laut der KFN-Betroffenenbefragung in fünf Großstädten waren 81 Prozent aller Wohnungseinbrüche Tageseinbrüche (zwischen 6 und 22 Uhr), nur 19 Prozent ereigneten sich nachts. Besonders kritisch ist die Mittagszeit: rund 16,8 Prozent aller Fälle ereigneten sich zwischen 12 und 14 Uhr – wenn Berufstätige im Büro und Kinder in der Schule sind.
Die PKS 2025 zeigt: 37,8 Prozent der erfassten Fälle waren so genannte Tageswohnungseinbrüche (6–22 Uhr) – ein eigenes Erfassungsmerkmal des BKA. Saisonal häufen sich Einbrüche im Winterhalbjahr, weil früh einsetzende Dunkelheit den Tätern Tarnung bietet.

Wie kommen Einbrecher rein? Tür, Fenster, Werkzeug
Die KFN-Studie hat detailliert erfasst, wie Täter ins Haus kommen. Das wichtigste Ergebnis: In 77,2 Prozent aller Fälle wird mit einem Werkzeug aufgebrochen oder aufgehebelt. Glasscheiben werden eingeschlagen, Nachschlüssel oder Spezialwerkzeug kommen seltener zum Einsatz. Schockierend: 7,1 Prozent der Einbrüche gelangen schlicht durch ein gekipptes oder offenes Fenster.
Die wichtigsten Eintrittspunkte sind Eingangstür, Balkon-/Fenstertür und normales Fenster. In Mehrfamilienhäusern werden bevorzugt Fenstertüren und Erdgeschossfenster genutzt; in Einfamilienhäusern häufiger Türen und Terrassentüren auf der Hausrückseite.
Quelle: KFN-Forschungsbericht Nr. 124 „Wohnungseinbruch: Tat und Folgen” (Wollinger u. a., 2014); Initiative K-Einbruch (polizeiliche Kriminalprävention).
Knapp die Hälfte scheitert: Prävention zahlt sich messbar aus
Eine Zahl macht Mut: Laut PKS 2025 blieben 44,9 Prozent aller Einbruchsversuche im Versuchsstadium stecken – das ist nahezu jeder zweite Versuch. Die KFN-Studie zeigt zusätzlich, woran Einbrecher konkret scheitern: bei 41,1 Prozent an der Sicherung der Wohnungstür, bei 24,6 Prozent an Fenster- oder Balkontürsicherungen, bei 14,5 Prozent durch aufmerksame Nachbarn. Eine Alarmanlage hielt 3,4 Prozent der Täter ab.
Der Zeitfaktor ist entscheidend: Profi-Täter geben in der Regel nach zwei bis drei Minuten auf. Wer seine Tür oder sein Fenster diese Zeit standhaft macht, wird statistisch verschont. Ergänzend zur Mechanik wirkt eine professionelle Alarmanlage oder eine Videoüberwachung als Frühwarnsystem.
Aufklärungsquote: Nur jeder siebte Einbruch wird geklärt
Wohnungseinbruch zählt zu den Delikten mit der niedrigsten Aufklärungsquote in Deutschland. Für 2024 weist die PKS einen Wert von 15,3 Prozent aus, für 2025 vorläufig 14,1 Prozent. Bundesweit konnten die Behörden 2025 nur 11.672 von 82.920 angezeigten Fällen aufklären. Regional unterscheidet sich die Aufklärung dramatisch: Die KFN-Daten zeigten Spannen von 7,7 Prozent (Hamburg) bis 38,5 Prozent (Thüringen). Im Klartext: Wer Opfer wird, sieht seine Habe in den meisten Fällen nicht zurück – umso wichtiger ist Prävention plus eine starke Hausratversicherung.
Wer zahlt? Hausratversicherung übernimmt den Schaden
Schäden durch Einbruchdiebstahl deckt die Hausratversicherung ab. Sie ersetzt den Wiederbeschaffungspreis für gestohlene Gegenstände und Reparaturkosten an beschädigtem Inventar. Auch Vandalismus im Zuge des Einbruchs ist mitversichert. Wichtig: Bargeld und Wertsachen sind häufig nur bis zu festen Höchstgrenzen abgesichert – ein Blick in die Police lohnt sich.
Das übernimmt die Hausratversicherung typischerweise:
- Wiederbeschaffungswert gestohlener Gegenstände
- Reparaturkosten an beschädigten Möbeln und Geräten
- Reparatur aufgebrochener Türen und Fenster
- Schäden durch Vandalismus während des Einbruchs
- Bargeld und Wertsachen bis zu vereinbarten Höchstgrenzen
- Gegenstände in Keller, Garage und Nebenräumen

Mechanik vor Elektronik: So senken Sie Ihr Risiko
Die Empfehlung von GDV, Polizei und der Initiative K-Einbruch ist eindeutig: Mechanische Sicherungen sind die Basis. Die KFN-Studie zeigt es schwarz auf weiß – weit über 80 Prozent aller Einbrecher kommen durch Türen oder Fenster ins Haus. Beides lässt sich gezielt nachrüsten. Elektronische Lösungen wie Alarmanlagen oder Smart-Home-Komponenten sind eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen aber niemals den mechanischen Grundschutz.
- Einbruchhemmende Fenster & Türen ab Widerstandsklasse RC 2
- Querriegelschloss an der Eingangstür – auch im Mietobjekt nachrüstbar
- Abschließbare Fenstergriffe kombiniert mit geprüften Beschlägen
- Zertifizierte Alarmanlage mit Aufschaltung auf eine Notruf- & Serviceleitstelle
- Bewegungsmelder & Außenbeleuchtung als zusätzliche Abschreckung
- Smart-Home-Anwesenheits-Simulation (Licht, Rollläden) bei Abwesenheit
„Präventionsmaßnahmen wie ein gutes Querriegelschloss an der Eingangstür können entscheidend dazu beitragen, Einbrüche zu verhindern.”Anja Käfer-Rohrbach, GDV
Stadtritter-Empfehlung: Aufschaltung auf eine VdS-Leitstelle
Eine technisch einwandfreie Alarmanlage entfaltet ihren vollen Nutzen erst, wenn sie auf eine zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) aufgeschaltet ist. Im Ernstfall verifizieren Profis den Alarm, alarmieren Polizei oder Wachdienst und dokumentieren den Vorfall – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Genau das leistet die VdS-anerkannte Notrufleitstelle von Stadtritter. In Kombination mit geprüfter Mechanik und Aufschaltung verschiebt sich die kritische 2-3-Minuten-Marke deutlich zugunsten Ihrer Sicherheit.
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Quellen
- GDV-Pressemitteilung 21.04.2026: Wohnungseinbrüche – Schäden steigen auf 380 Millionen Euro
- GDV-Pressemitteilung 04.04.2025: Versicherungsschäden klettern auf 350 Millionen Euro
- GDV-Schadenstatistik 2005–2025 (Datenexport)
- Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 – Factsheet Wohnungseinbruchdiebstahl (Stand April 2025)
- Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 – vorläufige Daten (über Initiative K-Einbruch)
- Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Forschungsbericht Nr. 124 „Wohnungseinbruch: Tat und Folgen” (Wollinger, Dreißigacker, Blauert, Bartsch, Baier; 2014)
- KFN-Studie zu reisenden Einbrechern (Befragung verurteilter Täter aus 15 Ländern)
- Initiative K-Einbruch (polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes)

















